Wir über uns
Unsere Einrichtung
Unsere Einrichtung
Unsere Kindertagesstätte gehört zur Kirchengemeinde St. Gumbertus, wodurch sich eine gute und regelmäßige Zusammenarbeit mit der für uns zuständigen Pfarrerin Ursula Starck ergibt, wie z.B. ein monatlich stattfindender Morgenkreis, zusammen mit den Kindern gestaltete Gottesdienste usw.
Auch wenn wir eine evangelische Einrichtung sind und im christlichen Glauben erziehen, sind Kinder aus anderen Religionen und Kulturen ebenso herzlich bei uns willkommen.
Wir erziehen, bilden und
betreuen bis zu 128 Kinder im Alter von 9 Monaten
bis zur Einschulung.
Bildung ja – aber nicht um jeden Preis! 3
1.2 Wir sind eine evangelische Vereinskindertagesstätte 3
1.3 Zertifizierung zum „Haus der kleinen Forscher“ 4
1.4 Die Lage der Einrichtung 4
1.5 Rahmenbedingungen der Tageseinrichtung 4
1.7 Unsere Einrichtung von innen 6
2.1 Die Rolle der Erziehenden 7
3.1 Die Kinder unserer Einrichtung 10
3.2 Betreuung von Kindern verschiedenen Alters 10
3.3 Inklusion von Kindern mit erhöhtem Entwicklungsrisiko und von 10
Kindern mit (drohender) Behinderung 10
3.5 Die Rechte des Kindes in unserem Haus 12
4 Das gesonderte Konzept der Krippen- und Kleinkindbetreuung 15
4.1 Der Tagesablauf in der Krippenbetreuung: 15
4.2 Der Tagesablauf in der Kleinkindbetreuung: 15
4.3 Unsere pädagogischen Ziele in der Krippen- und Kleinkindbetreuung: 16
4.4 Außerdem ist uns noch wichtig: 16
5.1 Unser gesetzlicher Auftrag 17
5.4 Dokumentation und Beobachtung 19
5.5 Unser pädagogischer Ansatz 19
6.3 Lernmethodische Kompetenz – Lernen, wie man lernt 21
6.4 Beteiligungs- und Beschwerderecht 22
6.5 Resilienz – Die Widerstandsfähigkeit 23
7.1 Religiöse Bildung und Erziehung 24
7.2 Interkulturelle Erziehung 25
7.4 Bildung und Erziehung im künstlerischen, ästhetischen und kulturellem 28
7.6 Musikalische Bildung und Erziehung 30
7.10 Naturwissenschaft und Technik 32
7.11 Mädchen und Jungen - Geschlechtsspezifische Erziehung 33
7.12 Partizipation - Beteiligung und Mitsprache 34
8.1 „Der Übergang von der Krippen-Kleinkindgruppe in die “Regelgruppe“ 36
8.2 „Ich gehe meinen eigenen Weg“ – Übergang von der Familie in die 36
8.3 „Der nächste Weg wird nun beschritten“ - Übergang von der 37
Kindertagesstätte in die Grundschule 37
9.1 Die Zusammenarbeit zwischen der Kindertagesstätte und den Eltern 39
9.2 Beschwerdemanagement für die Eltern 39
9.3 Unsere Formen der Zusammenarbeit 39
10.1 Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen 42
10.2 Die Öffentlichkeitsarbeit 43
1 Unsere Einrichtung
1.1 Vorwort
Wir sind alle Gottes Kinder
Als evangelische Kindertagestätte der Kirchengemeinde St. Gumbertus legen wir großen Wert auf religiöse Erziehung und schätzen die enge Zusammenarbeit mit unserem/unserer Sprengelpfarrer/in.
Unsere religiöse Erziehung ist ausgerichtet auf das biblisch-christliche Menschenbild, wobei aber auch der Respekt anderer Glaubensrichtungen gegenüber mit einzubinden und zu akzeptieren ist.
Bildung ja – aber nicht um jeden Preis!
Trotz der Vorgaben des neuen Bildungs- und Erziehungsplanes soll das „Kindsein dürfen“ erlebbar sein.
Wärme, Geborgenheit, das Entwickeln einer Wertschätzung sich gegenüber und gegenüber Anderen, sowie individuelle Förderung soll zum Wohle des Kindes an erster Stelle stehen.
Trotz allem sind uns aber auch die Erwartungen und Forderungen einer modernen Leistungsgesellschaft bewusst und werden deshalb in die pädagogischen Ziele miteinbezogen und in der Praxis umgesetzt.
1.2 Wir sind eine evangelische Vereinskindertagesstätte
Der Verein ist eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Ansbach und Rechtsträger der Kindertagesstätte Pfiffikus mit allen Rechten und Pflichten.
Unser Kindergartenverein ist Mitglied des Diakonischen Werkes in Nürnberg und dadurch der evangelischen Landeskirche zugehörig.
Der Ev. Kindergartenverein Von-Weber-Straße e.V. begann in der Von-Weber-Straße im Jahr 1965 mit dem Betrieb eines 3-gruppigen evangelischen Kindergartens. 1994 wurde die Einrichtung durch einen Anbau um 2 weitere Gruppen erweitert. Insgesamt erhöhte sich das Angebot auf 116 Plätze.
Nachdem im Jahr 2007 eine Regelgruppe zur Kleinkindbetreuung umgewandelt wurde, folgte im Jahr 2008 die Eröffnung einer zusätzlichen Krippengruppe. Nach den erforderlichen Umbaumaßnahmen erhöhte sich unser Betreuungsangebot auf 128 Plätze für Kinder ab neun Monate bis zur Einschulung.
Neben unseren Aufgaben als Trägerverein ist uns ein enger Kontakt mit unserer Kirchengemeinde sehr wichtig. Des Weiteren gilt unser Augenmerk dem baulichen Zustand der Einrichtung sowie deren Ausstattung. Dies betrifft oft größere Anschaffungen, die durch den laufenden Kindergarten-Haushalt nicht finanziert werden können.
Wichtig ist uns zudem ein gutes, von Wertschätzung geprägtes Arbeitsklima im Team, aber auch im Außenverhältnis zu den Eltern. Mit dem Elternbeirat ist eine fruchtbare Zusammenarbeit erwünscht.
Die Vereins-Mitgliedschaft ist freiwillig und kostet pro Jahr € 13.
Jeder Euro kommt den Kindern direkt zugute, denn der Vereinsvorstand, mit Frau Christine Kaas als 1. Vorsitzende, arbeitet ehrenamtlich.
Zertifizierung zum „Haus der kleinen Forscher“
Seit Juni 2012 dürfen wir uns offiziell als Haus der kleinen Forscher bezeichnen.
Um diese Zertifizierung zu erhalten nahmen und nehmen verschiedene Kolleginnen
an unterschiedlichsten Workshops zu den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik teil. Dieses Erlernte wird dann mit Hilfe von vielseitigen kindgerechten Experimenten,
Exkursionen und Projekten im Kindergartenalltag weitergegeben. Zusätzlich unterstützen uns
„Bildungspartner“. Das können z.B. die Autowerkstatt, die Elektrikerinnung, das Umweltamt etc. sein.
Voraussetzung für die Zertifizierung ist eine gewisse Regelmäßigkeit der Angebote, sowie deren Dokumentation.
1.4 Die Lage der Einrichtung
Die Kindertagesstätte „Pfiffikus“ befindet sich in einem reinen Wohngebiet der sechziger Jahre am Rande von Ansbach. In diesem Wohngebiet wurden vor allem Mietwohnungen, aber auch einige Reihenhäuser und Einfamilienhäuser gebaut. In der Nähe der Einrichtung befindet sich die Friedrich-Güll Grund- und Hauptschule. Durch nahe gelegene Bushaltestellen sind wir auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.
1.5 Rahmenbedingungen der Tageseinrichtung
Öffnungszeiten
Die allgemeinen Öffnungszeiten sind von:
Mo. – Do. 7.00 Uhr – 16 00Uhr
Fr. 7.00 Uhr – 14.30 Uhr
Die Öffnungszeiten der Kleinkindgruppe sind von:
Mo. – Do. 7.30 Uhr – 16.00 Uhr
Fr. 7.30 Uhr – 14.30 Uhr
Die Öffnungszeiten der Krippengruppe:
Mo. – Do. 7.30 Uhr – 15.00 Uhr
Fr. 7.30 Uhr -.14.30 Uhr
In der Krippengruppe kann ab Vollendung des 2.Lebensjahres von Montag- bis Donnerstagnachmittag ab 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr dazu gebucht werden.
Unsere Kernzeit ist täglich von 8.30Uhr – 12.30 Uhr.
1.6 Räumliche Bedingungen
Damit Sie wissen, wo Ihr Kind untergebracht wird, möchten wir Ihnen unsere Einrichtung vorstellen:
Wir haben 6 Gruppenräume (davon zwei mit integrierter Kinderküche)
1 Turnraum
3 Intensivräume
3 Waschräume
1 Bewegungsraum
3 Schlafräume
1 Büro
1 Personalzimmer
3 Küchen, zwei davon mit Essbereich
Gangbereich (wird als Freispielfläche mitgenutzt)
Natürlich besteht unsere Tagesstätte nicht nur aus einem Haus. Wir haben auch einen großen, abwechslungsreichen Garten, der den Kindern viel Platz zum Spielen und Bewegen bietet.
1.7 Unsere Einrichtung von innen

(Bild anklicken für Originalgröße)
2 Das pädagogische Team
2.1 Die Rolle der Erziehenden
Diese Rolle erfüllen wir,
indem wir uns als Wegbegleiter der Kinder
betrachten. Das heißt, wir dirigieren nicht von
außen den Entwicklungsprozess und Wachstumsprozess
der Kinder, sondern wir durchleben diesen
gemeinsam mit den Kindern und nehmen so aktiv an
dem Prozess des Erlebens und Lernens teil. Hier
nimmt die Beobachtung einen breiten Rahmen ein.
Auch verstehen wir uns als Unterstützer der Kinder. Die Kinder werden angehalten selber durch Erfahrungen zu lernen, um so ihre Persönlichkeitsentwicklung zu vollziehen.
Das pädagogische Team sieht sich auch als Partner der Kinder. Das bedeutet zum einen, die Kinder wie sich selbst zu achten. Zum anderen setzt es die Zusammenarbeit mit den Kindern und die Förderung von Unabhängigkeit und Sicherheit voraus.
Uns Erziehenden ist es wichtig, dass wir den Kindern klar vermitteln, was wir wollen, fühlen und denken. Vertrauen kann sich nur aufbauen, wenn auch Äußerungen mit Gestik, Mimik und Stimme übereinstimmen. Wir gehen davon aus, dass wir und die Kinder das Recht haben, Gefühle zu äußern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Gefühle willkürlich ausgelebt werden, sondern dass Kinder mit Hilfe der Erziehenden lernen, differenziert und reguliert mit Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen umzugehen. Wichtig ist, sich gegenseitig wahrzunehmen und zu respektieren.
2.2 Die Mitarbeitenden
Unser pädagogisches Fachpersonal setzt sich aus staatlich geprüften Kinderpflegerinnen, einer pädagogischen Fachkraft für Kindertagesstätten und staatlich anerkannten Erzieherinnen zusammen. Dieses Stammpersonal wird oftmals von Zusatzkräften unterstützt. Jeweils eine Kinderpflegerin und eine Erzieherin bilden ein Kleinteam und sind zusammen in einer Gruppe tätig, die Kinderpflegerin als Zweitkraft und die Erzieherin als Gruppenleitung. In einzelnen Gruppen gibt es Stellenteilungen, d.h. zwei Erzieherinnen oder zwei Kinderpflegerinnen teilen sich eine Stelle.
Zwei Gruppenleitungen nehmen zusätzlich die Funktion der Einrichtungsleitung bzw. stellvertretenden Leitung ein. Die Einrichtungsleitung hat zwei berufsbegleitende Weiterbildungen absolviert. Einmal „Leitung und Management in Tageseinrichtungen für Kinder“ und zum zweiten „Qualitätsentwicklung als Prozess“.
Zwei Mitarbeitende der Krippengruppe haben eine Zusatzqualifikation zur „Krippenpädagogik“ erworben.
Hausmeister- und Reinigungsarbeiten werden bei uns von entsprechenden Firmen übernommen.
2.3 Zusammenarbeit im Team
Für eine gute Zusammenarbeit der Mitarbeitenden ist ein ständiger Austausch von Informationen und Gegebenheiten, sowie Reflexionen über die Arbeit mit den Kindern und der Mitarbeitersituation erforderlich. Dies geschieht unter anderem durch den täglichen kurzen Austausch der Kollegen.
Außerdem trifft sich das Gesamtteam jeden Montag von 16.30 Uhr – 18.00 Uhr zu einer Dienstbesprechung. Die Protokollführung wird im turnusmäßigen Wechsel übernommen.
Die Besprechungspunkte werden im Laufe der Woche von jeder Mitarbeiterin schriftlich, für alle sichtbar, auf der Flipchart im Personalzimmer festgehalten.
Themenbereiche sind unter anderem:
-
Reflexion unserer pädagogischen Arbeit
-
Fallbesprechungen über Fortschritte oder Auffälligkeiten einzelner Kinder
-
Diskussionen über Anliegen der Eltern
-
Dokumentationen (schriftliche Erarbeitungen von Elternbriefen, Statistiken, Informationszeitung, Umfragebögen, Planungen, Qualitätsprozesse, Konzeption etc.)
-
Planung und Vorbereitung von Festen, Aktionen und Elternabenden
-
Terminplanungen
-
Aufgabenverteilungen (z.B. Großeinkauf, Listen etc.)
-
Abklärung der Dienstpläne (Urlaub, Fortbildungen, Überstundenausgleich)
-
Weitergabe von Informationen
Auch der Träger der Einrichtung nimmt gelegentlich an unseren gemeinsamen Dienstbesprechungen teil.
Einmal monatlich findet ein pädagogisches Team statt, in welchem nur Raum für pädagogische Themen und Problemlösungen ist.
Für verschiedene Projekte/Aktionen/Feste/Veranstaltungen bilden wir kleinere Arbeitsgruppen, die zusammen die Ausgestaltung, Planung und Groborganisation übernehmen und die Ergebnisse dann im Gesamtteam präsentieren.
Zweimal im Jahr finden Teamgespräche statt. Die Mitarbeitenden reflektieren in einem neutralen Rahmen die aktuelle Arbeitssituation.
2.4 Verfügungszeiten
Jeder Mitarbeitende hat Zeiten außerhalb der Arbeit am Kind unter anderem für:
-
die Vor- und Nachbereitung ihrer pädagogischen Arbeit
-
Vorbereitung und Reflexion von Elterngesprächen
-
Vorbereitungen für Feste, Feiern und Gottesdienste
-
Teambesprechungen, Dienstbesprechungen
-
Lesen von Fachzeitschriften
-
Praxisanleitung für Praktikantinnen durch die jeweilige Erzieherin
Die wöchentliche Verfügungszeit ist für jeden Mitarbeitenden festgelegt. Sie ist Arbeitszeit und muss daher in der Einrichtung abgeleistet werden.
2.5 Fortbildungen
Für die Mitarbeitenden ist wegen der sich stetig ändernden und steigenden Anforderungen die Fortbildung zur Qualitätssteigerung und Kompetenzerweiterung in Theorie und Praxis notwendig. Daher nehmen wir in regelmäßigen Abständen an verschiedenen Fortbildungsangeboten teil.
Wir achten bei der Auswahl auch darauf, welcher Schwerpunkt zurzeit in unserer Einrichtung liegt, welche neuen Aspekte von Nutzen sind oder welche Bereiche für eine persönliche Weiterqualifizierung angebracht sind.
Jedem Mitarbeitendem stehen im Jahr mehrere Tage für die Fort- und Weiterbildung zu. Die Anzahl der Fortbildungstage ist abhängig von der Arbeitszeit der einzelnen Mitarbeitenden.
Zu bestimmten Themen (z.B. zur
konzeptionellen Weiterentwicklung), nehmen die
pädagogischen Mitarbeitenden gemeinsam an
Team-Fortbildungen teil.
Wenn die Gesamtsituation es zulässt, können Schülerinnen und Schüler der Kinderpflegeschule und der Fachakademie für Sozialpädagogik den praktischen Teil ihrer Ausbildung in unserer Einrichtung erbringen.
In unbestimmten Abständen leisten bei uns Schülerinnen und Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik ihr sozialpädagogisches Seminar ab. Dies bedeutet, dass sie für ein Jahr als Drittkraft in einer Gruppe eingesetzt werden und in allen berufsbezogenen Bereichen praktische und theoretische Erfahrungen sammeln können.
Die Erzieherinnen leiten die verschiedenen Auszubildenden an. Dabei wird deren erzieherisches Verhalten reflektiert, anfallende Fragen beantwortet und ihre Aktivitäten und Projekte vor- und nachbereitet.
Außerdem bieten wir Schülerinnen und Schülern von Real-, Hauptschule, Gymnasium und Fachoberschule Praxiswochen an.
3 Die Kinder
3.1 Die Kinder unserer Einrichtung
Wir betreuen bis zu 128 Kinder im Alter von neun Monaten bis zur Einschulung. Diese kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, besitzen verschiedene Nationalitäten und wachsen zum Teil mehrsprachig auf.
3.2 Betreuung von Kindern verschiedenen Alters
Auch in unserer Einrichtung setzen sich die Gruppen aus Kindern verschiedenen Alters zusammen. Diese Altersmischung bietet besondere Chancen vielseitiger Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten, sowie die Förderung sozialer Kompetenzen der Kinder.
Mehr als in homogenen Gruppen haben sie die Gelegenheit, eine Auswahl sehr unterschiedlicher Spielpartner zu treffen, die ihren Interessen und ihrem Entwicklungsstand unabhängig vom Alter entsprechen.
Hervorzuheben sind auch die sozialen Lernmöglichkeiten, da eine Orientierung an Jüngeren und Älteren möglich ist. Kinder lernen leichter von Kindern als von Erwachsenen, da die Entwicklungsunterschiede nicht unüberwindbar groß erscheinen.
Von dieser Art der Gruppenzusammensetzung profitieren sowohl die jüngeren als auch die älteren Kinder.
Die jüngeren Kinder erhalten vielfältige Anregungen durch intensives Beobachten der Älteren und den Versuchen, deren Fertigkeiten nachzuahmen. Zum Beispiel:
-
selbständiges Anziehen
-
körperliche und sprachliche Fähigkeiten
-
Spielverhalten
-
Hilfsbereitschaft
-
Äußerung eigener Ideen
Sie lernen auch die Bedürfnisse und Wünsche der „Großen“ zu respektieren. Ältere Kinder vertiefen ihr Können und Wissen, gewinnen durch ihre Vorbildfunktion an Sicherheit und Selbstbewusstsein und lernen Rücksichtnahme im Umgang mit Jüngeren, zum Beispiel:
-
bei Gesprächen im Stuhlkreis
-
Hilfestellung und Begleitung bei Toilettengang und beim Essen
-
Verantwortung im Straßenverkehr beim Spazieren gehen.
3.3 Inklusion von Kindern mit erhöhtem Entwicklungsrisiko und von Kindern mit (drohender) Behinderung
Darunter verstehen wir Kinder unserer Tageseinrichtung, die in ihrer Entwicklung auffällig, gefährdet oder beeinträchtigt sind. Sie benötigen mehr Unterstützung und intensivere Förderung.
Das bayerische Kinderbildungs- und –Betreuungsgesetz (BayKiBiG) unterscheidet zwei Gruppen von Kindern mit besonderen Bedürfnissen.
-
„Risikokinder“
Darunter versteht man Kinder, die von Belastungen im sozialen bzw. familiären Umfeld
betroffen sind und deren Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gefährdet ist (z.B. durch
Armut, psychische Erkrankung eines Elternteiles usw.).
-
„Kinder mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Kinder“
Das sind Kinder, deren körperliche Funktion oder/und geistige Fähigkeiten nicht altersgemäß entwickelt sind. Auch die seelische Gesundheit und das Leben in der Gesellschaft sind dadurch beeinträchtigt.
Der aktuelle gesetzliche Rahmen sieht vor, nach Möglichkeit beide Gruppen von Kindern gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung zu betreuen und zu fördern, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Die gesetzlichen Anforderungen erfüllen wir, indem wir beiden Gruppen von Kindern im Rahmen unserer Möglichkeiten effektiv und frühzeitig helfen, um weiteren Negativentwicklungen vorzubeugen.
Gerade vor der Aufnahme von behinderten Kindern ist jedoch eine konkrete Überprüfung notwendig. Hierbei liegt unser Augenmerk vor allem darauf, ob es möglich ist, die Bedürfnisse des Kindes und die jeweilige Art der Behinderung in unsere Einrichtung zu integrieren.
Da der zusätzliche Bedarf an Diagnostik, Beratung und Förderung von uns alleine weder fachlich noch zeitlich abgedeckt werden kann, suchen wir uns personelle und fachliche Hilfe durch einschlägige Fachdienste, die ihre Leistungen regelmäßig vor Ort in der Einrichtung anbieten. Z.B. Frühförderstellen wie Ergo- oder Logopädie, mobile sonderpädagogische Hilfe, Förderschulen, Familien- und Erziehungsberatungsstellen, therapeutische Fachdienste und Behindertenhilfe.
Bei unserer täglichen Arbeit mit diesen Kindern beachten wir besonders drei Ansatzpunkte: Früherkennung, die Kooperation mit den Eltern und Fachdiensten und unsere eigene pädagogische Arbeit. Wir als pädagogische Fachkräfte nutzen zur Früherkennung von Entwicklungsrisiken das Beobachten der Lern- und Entwicklungsprozesse anhand eines Beobachtungsbogens. Beim Verdacht auf Vorliegen einer Entwicklungsgefährdung erfolgen vertiefte Beobachtungen unter folgenden Aspekten:
Entwicklungsrückstände in Sprache, kognitive Entwicklung (Wahrnehmung), Motorik, Verhaltensauffälligkeiten, körperliche Gesundheit, familiäres und soziales Umfeld.
Unsere Aufgabe bezieht sich hierbei auf die Erkennung von Symptomen. Es ist nicht unser Ziel, Störungen oder Erkrankungen zu diagnostizieren, sondern nach der Kontaktaufnahme mit den Eltern und deren Einwilligung gemeinsam das weitere Vorgehen und den Einsatz von Experten abzustimmen.
Im Umgang mit unseren Kindern beachten wir folgendes:
-
die vorhandenen Stärken, Interessen und Fähigkeiten nutzen und fördern
-
die liebenswerten Seiten des Kindes sehen und anerkennen
-
das Kind annehmen, wie es ist
-
Kränkungen aufgreifen und in Gesprächen mit den Kindern bearbeiten
-
Misstrauen durch positive Zuwendung überwinden
-
Kindern bei Überforderung unterstützend zur Seite stehen, helfen es selbst zu tun
-
ermutigen, loben (z.B. auch Versuche werden schon anerkannt)
-
Hilfe nicht aufdrängen – warten bis das Kind Hilfe sucht z.B. durch Sprache, Gestik, Mimik etc.
Um soziale Ausgrenzung von Risikokindern durch andere Kinder zu verhindern und ihre sozialen Beziehungen zu stärken, ergreifen wir geeignete Maßnahmen:
-
Gemeinsamkeiten suchen und finden
-
die Spielmaterialien sind für alle Kinder zugänglich
-
Kindern durch Gespräche und Diskussionen sensibel füreinander machen
-
Rücksichtnahme und Solidarität fördern
-
usw.
Mit all unserer pädagogischen Arbeit wollen wir eine Atmosphäre schaffen, in dem gegenseitige Akzeptanz und ein Zusammengehörigkeitsgefühl selbstverständlich sind. Die Unterschiedlichkeit der Kinder soll hierbei nicht als Defizit wahrgenommen werden, sondern als Chance, sich gegenseitig zu bereichern und voneinander zu lernen.
3.4 Regeln in unserem Haus
Unser Zusammenleben in der Einrichtung und den dazugehörigen Räumen, sowie dem Außenbereich kann nur funktionieren, wenn in der Freiheit des Tuns und der Bewegung Regeln und Vereinbarungen getroffen werden.
Ordnung und Regeln sind Orientierungspunkte, die mit den Kindern gemeinsam besprochen, dem Entwicklungstand angepasst und gegebenenfalls auch hinterfragt oder geändert werden.
Unsere Kinder sollen lernen, dass der Umgang miteinander, sich selbst und mit den Dingen nur funktioniert, wenn die Regeln beachtet werden. Rechte und Pflichten des Einzelnen sollen bewusst sein und sich so ergänzen, dass Gemeinsamkeit und Zurückgezogenheit gelingen können.
Wir Erzieherinnen achten darauf, dass den Kindern ihre Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Verlässlichkeit deutlich werden und die gegenseitige Wertschätzung wichtig ist.
Sie haben die Möglichkeit über Konflikte zu sprechen und mit uns oder auch selber Lösungen dafür zu finden. Ein sorgfältiger Umgang bezieht sich auch auf das Spielmaterial. Die Kinder üben Ordnung, erkennen notwendige Reparaturen und lernen die Vollständigkeit des Spielzeugs zu überprüfen.
3.5 Die Rechte des Kindes in unserem Haus
Das Recht...
... Kind zu sein und so akzeptiert zu werden, wie es ist
... auf positive Zuwendung, Geborgenheit und Vertrauen
... auf Hilfe und Schutz
... auf eigene Entscheidungen
... zu spielen
... auf vielfältige Erfahrungen im Kindergarten und der Umgebung
... sich weiterzuentwickeln und zu lernen
... auf Förderung
... auf einen individuellen Reifungs- und Entwicklungsprozess
... auf Auseinandersetzungen mit Kindern, Erzieher/Innen und anderen Bezugspersonen
... die Konsequenz des eigenen Verhaltens erfahren zu lernen
... Fehler zu machen und daraus zu lernen
... auf engagierte und partnerschaftliche Erzieher/Innen
3.6 Ein Tagesablauf
Beispiel eines Tagesablaufes am Vormittag:
7.00 Uhr – 8.45 Uhr Bringzeit, entsprechend der Buchungsstunden
7.00 Uhr – 7.30 Uhr Die Kinder treffen sich in der Igelgruppe.
7.30 Uhr Wechsel in den eigenen Gruppenraum
7.00 Uhr – ca. 10.45 Uhr Freispielzeit: Innerhalb dieses Zeitraumes können sich die Kinder ihr Spielmaterial, ihre Spielpartner, Dauer und Ablauf des Spieles frei wählen. Während der Freispielzeit werden auch verschiedene Aktionen angeboten (z.B. Basteln, Kochen, Turnen, Zahlenwerk-statt etc.).
8.15 Uhr – ca. 9.30 Uhr Frühstückszeit: Die Kinder aller Regelgruppen gehen in dieser Zeit zum Frühstücken ins „Bistro“ (= Küchenbereich).
9.30 Uhr – 11.00 Uhr Der Gang ist zum Spielen geöffnet
10.45 Uhr – 11.30 Uhr Angeleitete Aktivitäten. D.h. entweder in der Gesamtgruppe, in Teil- oder Kleingruppen oder gruppenübergreifend werden unterschiedliche Aktionen zu unserem aktuellen Rahmenthema, zum Jahreskreislauf oder zum Kirchenjahr durchgeführt. Diese können folgende sein: Bilderbuchbetrachtung, Liedeinführung, Fingerspiele, Gespräche, religiöse Geschichten, neue Spiele, Sinnesübungen, Projekte usw. Oder, je nach Wetterlage, auch Gartennutzung.
ab 12.15 Uhr Beginn der Abholzeiten, entsprechend der Buchungsstunden.
Die Mittagsbetreuung:
11.30 Uhr – 12.30 Uhr Mittagessen in allen Gruppen.
12.30 Uhr – 13.30 Uhr Die jüngeren Kinder, welche länger als bis13.30 Uhr in der Kindertagesstätte sind, haben die Möglichkeit sich auszuruhen.
Die älteren Kinder verbringen die Mittagszeit spielend im Haus oder im Garten.
Beispiel eines Tagesablaufes am Nachmittag:
13.30 Uhr – 16.00 Uhr Dieser Zeitraum orientiert sich stark nach den Bedürfnissen der
Kinder und kann folgendes beinhalten:
- Spielzeit im Haus
- Gartenzeit
- Zeit für’s einzelne Kind
ca. 14.30 Uhr Erneute Essenszeit
16.00 Uhr Ende des Kindergartentages.
14.30 Uhr Ende des Kindergartentages am Freitag.
Nachmittags findet z.T.
gruppenübergreifende Betreuung statt
4 Das gesonderte Konzept der Krippen- und Kleinkindbetreuung
Der Ablöseprozess vom Elternhaus (Individuelle Eingewöhnungszeit):
Um die Eingewöhnung zu erleichtern, besucht das Kind die Einrichtung in den ersten Tagen bzw. Stunden in Begleitung einer gewohnten Bezugsperson (Vater, Mutter, Oma, Opa etc.).
Nach und nach beginnt die Ablösephase. Dies geschieht, indem die Bezugsperson z.B. für einige Minuten den Raum verlässt. Die Abwesenheit der Bezugsperson verlängert sich von Tag zu Tag, bis schließlich die von den Eltern gebuchten Zeiten von den Kindern alleine bewältigt werden können.
Die Eingewöhnungszeit kann zeitlich variieren, von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen.
Das Mitbringen von vertrauten Gegenständen von zu Hause (z.B. Kuscheltiere, Flasche, Decke usw.) unterstützt und erleichtert diesen Lösungsprozess vom Elternhaus.
4.1 Der Tagesablauf in der Krippenbetreuung:
7.30 Uhr– 8.45 Uhr Ankommen in der Krippenbetreuung
8.45 Uhr – 9.00 Uhr Sitzkreis (Kuschelecke)9.00 Uhr – 9.20 Uhr Gemeinsames Frühstück
9.20 Uhr – 11.30 Uhr Freispiel + Übungen des täglichen Lebens (Einbeziehen in kleine Aufgaben, Hände waschen, Bewegungsspiele, Bällebad, Garten usw.)
11.30 Uhr – 12.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen, anschließend Schlafenszeit
13.00 Uhr –15.00 Uhr Freispiel, Übergabe an die Eltern
Es gibt keine festen Wickelzeiten. Jedes Kind wird individuell und nach Bedarf gewickelt.
4.2 Der Tagesablauf in der Kleinkindbetreuung:
7.30 Uhr– 8.45 Uhr Ankommen in der Kleinkindbetreuung
ab ca. 8.45 Uhr Morgenkreis mit Fingerspielen, Liedern, Gesprächen usw.
Anschließend Hände waschen, gemeinsames Frühstück mit Gebetca. 9.30 Uhr Freispielzeit: Innerhalb dieses Zeitraumes können sich die Kinder frei wählen. Während dieser Zeit werden auch verschiedene Aktionen angeboten (z.B. Turnen, Basteln, Kochen usw.)
11.30 Uhr Gemeinsames Mittagessen
12.15 Uhr – 16.00 Uhr - Möglichkeit zum Ausruhen der verbleibenden Kinder
- Freispielzeit
- Übergabe an die Eltern
4.3 Unsere pädagogischen Ziele in der Krippen- und Kleinkindbetreuung:
Selbstverständlich sind alle Ziele unserer Konzeption auch für unsere „Kleinen“ von Bedeutung. Deshalb setzen wir diese auch in unserem Alltag altersentsprechend um. Jedoch möchten wir die folgenden drei Ziele im Besonderen hervorheben, da sich diese im hohen Maße auf die Förderung des Entwicklungsstandes der Kinder bezieht.
Bewegung:
Die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit wird gefördert durch die Möglichkeit zur Bewegung und dem Experimentieren mit dem eigenen Körper.
Durch Bewegung kommt es zu ersten Interaktionen zwischen den Kindern. Sie rollen oder schieben sich, rutschen oder krabbeln aufeinander zu, um miteinander in Kontakt zu kommen.
Das Kind lernt seine Umwelt über seine Sinne kennen (Sehen, Tasten, Hören, Riechen, Schmecken). Durch Anfassen und Ausprobieren muss es die verschiedenen Dinge „Begreifen“.
Dieses fördern wir durch eine altersentsprechende Einrichtung und Spielsachen sowie Angebote und Aktionen, wobei wir die Kinder beim Erforschen ihrer Umwelt unterstützen. Altersabhängig kann dies z.B. Barfuß im Sand laufen, Sand rieseln lassen (trocken – nass), Bewegungsspielzeuge wie Hüpftiere, Roller, Tunnel etc. sein.
Je mehr Sinne hierbei zum Einsatz kommen, desto besser können sich die Kinder erlebtes merken.
Sprache:
Von Geburt an versucht das Kind durch Mimik, Gestik und Laute mit den Menschen seiner Umgebung zu kommunizieren, wobei es nicht nur durch Zuhören, sondern durch aktives Sprechen sich die Sprache aneignet.
Durch spielerische Angebote, die auf das Alter der Kinder abgestimmt sind, tragen wir zur Spracherziehung bei. Dies geschieht durch einfache Kreis- und Bewegungsspiele, Fingerspiele, täglich wiederkehrende Verse und Lieder, Bilderbücher und Erzählgut. Außerdem werden alle Abläufe im Tagesgeschehen durch die Sprache unterstützt. Wir vermeiden hierbei eine allzu babyhafte Sprache, z.B. Uhr: tick – tack; Hund: wau - wau.
Soziale Erziehung:
Beim Spielen im Gruppenraum nehmen die Kinder Kontakt auf und reagieren aufeinander.
Sie positionieren sich so, dass sie z.B. Blickkontakt miteinander haben, sich vielleicht sogar berühren können.
In der Kleinkindphase beginnt das Kind die Auswirkungen seiner Handlungen zu erfahren. Es lernt teilen oder etwas für sich zu behalten, sowie Kontakte mit den anderen Kindern zu knüpfen. Durch das Spielen erlernen die Kinder den Umgang miteinander, können Bedürfnisse äußern und beginnen Gruppenregeln zu akzeptieren. Das Kind erlebt den Tagesablauf in altersgemäßer Form, wobei es hierbei die ersten Schritte in die Selbständigkeit geht.
4.4 Außerdem ist uns noch wichtig:
Sauberkeitserziehung:
Die Sauberkeitserziehung liegt in den Händen der Eltern. Hierbei wirken wir unterstützend mit, indem wir möglichst individuell jedes Kind auf seinem Weg zur Sauberkeit begleiten.
Ausflüge und Feste feiern:
Aufgrund erhöhter Aufsichtspflicht sind Ausflüge nur in Begleitung der Eltern möglich.
Deshalb richtet sich unser Schwerpunkt auf die Benutzung der Außenanlage.
Bei Festen, an denen die Kinder der Kindertagesstätte eine Aufführung darbieten, nehmen auch unsere Jüngsten nach ihren Möglichkeiten teil.
Ablösephase:
Zum Ende des Kindergartenjahres beginnt für die „Kleinen“ der Ablöseprozess von ihrer bisherigen Gruppe. Wir bereiten die Kinder auf den Wechsel in die Kleinkindbetreuung bzw. Regelgruppe vor. Dieser Vorgang zieht sich über mehrere Wochen hinweg, wobei das gesamte Team Unterstützung gibt, z.B. durch Besuchertage, Schnuppertage, das Miteinbeziehen der Kinder in das Gruppengeschehen der zukünftigen Stammgruppen usw.
5 Unsere Aufgaben
5.1 Unser gesetzlicher Auftrag
Die Anforderungen laut bayerischem Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) beinhalten, jedem einzelnen Kind vielfältige und entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten, um beste Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, sowie Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken.
Auch die entwicklungsangemessene Beteiligung der Kinder am Einrichtungsalltag ist verankert.
Aus diesen gesetzlichen Anforderungen heraus ergibt sich der Leitfaden unserer pädagogischen Praxis, Kinder individuell und unter Berücksichtigung ihres Entwicklungsstandes zu fördern, um die Stärken zu festigen, Schwächen abzubauen und ihnen einen Lebensraum zur Verfügung zu stellen, in dem sie soziales Verhalten erlernen können.
Die umfangreichen Auswirkungen und Umsetzungsmethoden, die diese gesetzlichen Anforderungen an uns stellen, erklären wir Ihnen in dieser Konzeption.
5.2 Der Schutzauftrag
Allgemeiner Schutzauftrag
Die allgemeine Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es, Kinder und Jugendliche davor zu
bewahren, dass sie in ihrer Entwicklung durch den Missbrauch elterlicher Rechte oder eine
Vernachlässigung Schaden erleiden. Kinder und Jugendliche sind vor Gefahren für ihr Wohl
zu schützen (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 SGB VIII).
Definition des Schutzauftrages
In § 8a Sozialgesetzbuch VIII wird dieser Schutzauftrag definiert. Hier ist die Verantwortung
der Kindertagesstätten für das Wohl der Kinder, sowie die enge Zusammenarbeit mit den
Personensorgeberechtigten festgelegt. Die Zielsetzung ist hierbei das Wohl des Kindes,
besonders in Krisensituationen, gemeinsam mit den Personensorgeberechtigten im Fokus
zu behalten.
Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindeswohls
Auf der Grundlage des o.g. Gesetzes in Verbindung mit dem Bundeskinderschutzgesetz
(BkiSchG) hat die jeweils zuständige Behörde der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) mit
jedem ihrer KiTa-Träger eine schriftliche „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages
nach § 8a SGB VIII“ abgeschlossen. Demzufolge ist das Fachpersonal von Kindertagesstätten
dazu verpflichtet, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen
und – unter Hinzuziehung einer, durch das Jugendamt zugewiesenen, erfahrenen Fachkraft -
das Gefährdungsrisiko einzuschätzen, z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung,
seelischer und / oder körperlicher Misshandlung, sexueller Gewalt.
Maßnahmen zum Schutzauftrag
Das Fachpersonal weist die Personensorgeberechtigten darauf hin, dass Maßnahmen zur
Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden müssen, wie z.B.
Gesundheitshilfen, Beratung, Familienhilfen. Wenn dies Hilfen nicht in Anspruch genommen
werden und / oder eine akute Gefährdung besteht, ist das Personal zu einer sofortigen
Benachrichtigung des Jugendamtes / Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.
Umgang mit einem erhöhten Entwicklungsrisiko
Wenn das pädagogische Personal aufgrund seiner Beobachtungen Anzeichen eines erhöhten
Entwicklungsrisikos feststellt (z.B. hinsichtlich einer starken Entwicklungsverzögerung oder
einer drohenden / bestehenden Behinderung), ist es verpflichtet, die Eltern darüber zu
informieren und entsprechend zu beraten.
So soll mit den Eltern das weitere Vorgehen abgestimmt und erörtert werden, ob und welche
Fachdienste hinzugezogen werden sollen, mit dem Ziel das Kind – innerhalb und außerhalb
der KiTa – entsprechend seinen spezifischen Bedürfnissen zu fördern.
Eine detaillierte Ausarbeitung zu unserem Schutzauftrag finden Sie in unserem gemeinsamen Kinderschutzkonzept.
5.3. Qualitätssicherung
Externe Qualitätssicherung
Um sowohl unser pädagogisches Handeln, aber auch die organisatorischen Abläufe zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen und weiterzuentwickeln, dient uns unser Evaluationsfragebogen. neben diesem inhaltlich sehr umfangreichen Bogen, gibt es weitere verschiedene Fragebögen, welche auf spezielle Ereignisse im Kitageschehen zugeschnitten sind. auch diese ermöglichen uns, unsere Angebote und unser Tun ihren Bedürfnissen und Wünschen anzupassen. deshalb ist es für unser Erzieherpersonal sehr wichtig, dass möglichst viele Fragebögen von den Eltern ausgefüllt und wieder zurückgegeben werden.
Interne Qualitätssicherung
Um in Notfallsituationen ruhig und zielgerichtet zu agieren, und um somit die größtmöglichste Sicherheit für die Kinder zu gewährleisten, gibt es intern entwickelte Pläne für mögliche Notfälle. In diesen Notfallplänen ist die Vorgehensweise für das Erzieherpersonal festgeschrieben (z.B. Brandfall, medizinischer Anlass, vermisstes Kind).
eine Evakuierung wird mit den Kindern zweimal jährlich geprobt.
5.4 Dokumentation und Beobachtung
Eine wichtige Grundlage für die pädagogische Arbeit sind die regelmäßigen Beobachtungen.
Zum einen verwenden wir dafür die gesetzlich vorgegebenen und verpflichtenden Beobachtungsbögen (Seldak, Sismik, Perik) des Bayerischen Kinderbildungs- und -Betreuungsgesetzes.
Zum anderen verwenden alle Gruppen die Beobachtungsbögen aus dem Buch „Entwicklungsbeobachtungen- und -dokumentationen“ von Petermann und „Auf einen Blick“
Damit können wir den Entwicklungsstand des Kindes objektiv aufzeigen und dokumentieren.
Diese Dokumentationen dienen uns für die individuelle Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit für das jeweilige Kind, sowie für die jährlich stattfindenden
Entwicklungsgespräche. Unsere Beobachtungen im täglichen Kindergartengeschehen´
und die situationsbedingten Beobachtungen vervollständigen unsere Dokumentationen.
Des Weiteren werden
Entwicklungsgespräche sowie Aktionen und
Experimente zum Haus der kleinen Forscher
dokumentiert.
5.5 Unser pädagogischer Ansatz
Auf einer Fortbildung fragte eine Referentin, nach welchem pädagogischen Ansatz die Teilnehmer arbeiten würden. Als Antworten kamen: „Wir arbeiten situationsorientiert“.
„Unser Ansatz ist erlebnisorientiert“. Andere entgegneten „funktionsorientiert“.
Die Referentin warf nach einer Weile ein: „Und wer arbeitet kindorientiert?“.
„KINDORIENTIERT“ arbeiten?
Ja, das ist es, was wir für unsere Kinder wollen.
Die Bedürfnisse und die Interessen der Kinder sollen immer im Vordergrund stehen, denn jedes Kind hat das Recht, sich in seiner eigenen Persönlichkeit zu einem selbstbewussten und mitverantwortlichen Menschen zu entwickeln.
Auch in der Freispielzeit und an Freundetagen“, sowie offenen Begegnungen der Gruppen z.B. im Garten oder im Bistro, kann durch die Erzieherin eine Beobachtung erfolgen, die es notwendig macht, auf die individuellen Belange einzelner Kinder einzugehen. Es kann vom Konzept des selbstbestimmten Handelns abgewichen und Handlungshilfen können angeboten werden.
Im partnerschaftlichen Umgang mit den Kindern sehen wir uns nicht als „Animateure“, die ständig ein Programm anbieten, sondern als Begleiterinnen der kindlichen Entwicklung, die sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg begeben wollen.
6 Die Basiskompetenzen
6.1 Ich Kompetenz
Unter Kompetenz versteht man im Allgemeinen die Fähigkeit, Aufgaben oder Probleme aus eigener Kraft bewältigen zu können.
Die Ich - Kompetenz bezieht sich auf das Verhältnis des Kindes zu sich selbst und auf die Fähigkeiten, die ihm ermöglichen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.
Unser Anliegen ist es, dem Kind Möglichkeiten zu schaffen, Freude und Glück zu erleben, Selbstvertrauen und Zuversicht zu entwickeln, differenzierter wahrzunehmen, sich sprachlich auszudrücken und ihm zu helfen, Misserfolge und Enttäuschungen zu ertragen, eigene Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, durchzusetzen oder zurückzustellen, Konflikte durchzusetzen und zu lösen.
Deshalb ist es uns unter anderem wichtig, den Kindern aufmerksam zuzuhören, sie ernst zu nehmen, auf ihre Gefühle einzugehen und ihnen für ihre Leistungen positive Rückmeldungen zu geben. Auch wenn ein Kind einmal einen Fehler gemacht hat oder gerade in schlechter Stimmung ist, soll es erfahren, dass es von uns immer Zuneigung und Zuwendung bekommt, unsere Wertschätzung ihm gegenüber also nicht an Bedingungen geknüpft ist.
All dies gibt Kindern das Gefühl, angenommen und geborgen zu sein und bietet ihnen somit eine gute Voraussetzung sich weiterentwickeln zu können.
6.2 Soziale Kompetenz
In der heutigen Zeit ist das Erlernen sozialer Kompetenzen in der frühkindlichen Erziehung wichtig für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft (z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz usw.).
Soziale Kompetenz bezeichnet alle Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, das eigene Verhalten von einer individuellen auf eine gemeinschaftliche Handlungsorientierung hin auszurichten.
In unserer Tageseinrichtung lernen die Kinder, die Fähigkeit zu entwickeln, sich in andere Kinder hineinzuversetzen, deren Gefühle und Probleme wahrzunehmen und verschiedene Konfliktlösungsmöglichkeiten anzuwenden.
Die Kinder erfahren bei uns, dass Menschen in einer Gemeinschaft Rechte und Pflichten haben. Sie erleben in der Gruppe die verschiedensten Rollen und nehmen auch selbst unterschiedliche Positionen ein.
Angebote im Stuhlkreis, Projekte oder Interaktionsspiele (z.B. Rollenspiele) stärken die sozialen Fähigkeiten der Kinder.
So lernen sie z.B. bei Gesprächen, Bilderbuchbetrachtungen usw. sich angemessen auszudrücken, richtige Begriffe zu verwenden, Gestik und Mimik einzusetzen. Wichtig dabei ist auch, dass sie andere ausreden lassen, zuhören und bei Unklarheiten nachfragen. (=Kommunikationsfähigkeit)
Die Kinder lernen auch im täglichen Umgang miteinander, z.B. im Freispiel, bei Projekten, Beschäftigungen, usw., zusammenzuarbeiten, gemeinsam etwas zu planen, sich mit anderen abzusprechen, Erfahrungen auszutauschen, zusammenzuhalten und sich füreinander einzusetzen. (=Kooperationsfähigkeit)
Auftretende Konflikte nehmen wir zum Anlass, um gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen zu suchen. Unser Ziel ist es, dass die Kinder selbstsicherer und damit auch entscheidungsfähiger werden. Sie sollen lernen, eigene Bedürfnisse zu äußern oder aber auch zurückzustellen. Aufeinander einzugehen, Kompromisse zu schließen, Streit verbal zu schlichten und nicht mit Gewalt. Andere Meinungen anzunehmen, eigenständig Lösungen zu suchen, Regeln der Gruppe zu akzeptieren und Gruppenfähigkeit zu entwickeln. (=Konfliktfähigkeit)
Die Kinder lernen christliche und moralische Wertvorstellungen kennen und diese wertzuschätzen, z.B. das Akzeptieren anderer Kulturen, Nationalitäten, Religionen, Behinderungen usw. Dies wird auch von uns Mitarbeitenden unterstützt, durch das eigene Vorbildverhalten, passende Geschichten, das Ermutigen der Kinder, ihre Gedanken zu äußern, Aufgreifen von Interessensgegensätzen, um auftretende Fragen der Kinder zu klären.
Sie lernen auch, dass sie selbst für ihr Verhalten und Erleben mitverantwortlich sind und sensibel mit allen Lebewesen und ihrem Umfeld umgehen sollen.
6.3 Lernmethodische Kompetenz – Lernen, wie man lernt
Die Kompetenz, neues Wissen bewusst zu erwerben, ist wichtig für schulisches und lebenslanges Lernen. Verknüpft mit den eigenen Erfahrungen und dem Vorwissen der Kinder wird ihnen ermöglicht diese Kompetenz ständig zu erweitern und zu aktualisieren. Diese so genannte „lernmethodische Kompetenz“ baut auf den Grundkompetenzen auf. Zum Beispiel:
-
Denkfähigkeit
-
Gedächtnis
-
die Übernahme von Verantwortung
-
das Festhalten an ethischen Werten
Lernen ist ein lebenslang andauernder Prozess; er findet von der Geburt bis hin ins hohe Alter statt. Für die Kinder wird von uns ein Umfeld geschaffen, in dem sie interessante und vielfältige Lernangelegenheiten vorfinden.
Kinder sind von Natur aus neugierig, fragen nach dem Warum und sind offen für Neues. Dies wird erhalten und gefördert, indem sie Antworten auf ihre Fragen erhalten. Außerdem werden die Kinder bewusst angeregt, Antworten auf ihre Fragen selbst herauszufinden und sich damit Lernstrategien anzueignen. Zum Beispiel:
-
das Nachfragen bei Erwachsenen
-
gemeinsames Nachschlagen im Lexikon
-
Durchführung von einfachen Experimenten (was schwimmt auf dem Wasser, was geht unter?)
Wenn die Kinder frühzeitig die Möglichkeiten bekommen, sich Wissen anzueignen, darüber nachzudenken und Neues auszuprobieren, ergibt sich ein positiver Effekt für das Lernverhalten der Kinder.
In unserer Kindertagesstätte wird das Kind motiviert mit einem oder mehreren Kindern, beim Spiel in der Freispielzeit, Regeln und Vorgehensweisen gemeinsam auszuhandeln, auszuprobieren und diese gegebenenfalls zu reflektieren (z.B. bei Rollenspielen, Bauen in der Bauecke...).
Die Anwesenheit eines Erwachsenen, der sich nicht einmischt, aber bei Bedarf Impulse und Zuspruch gibt, wirkt sich hierbei positiv auf das Spielverhalten der Kinder aus.
Kinder werden manche alltägliche Phänomene erst dann bewusst wahrnehmen, wenn Erwachsene ihre Aufmerksamkeit darauf lenken. Bei uns geschieht dies unter anderem bei Gesprächen im Stuhlkreis. Hier werden z.B. in Abhängigkeit von der Jahreszeit auftretende Gegebenheiten besprochen und mit einfachen Worten erklärt. Zudem werden diese Themen durch Aktivitäten, kreative Gestaltung, Spiele usw. vertieft.
Weitere Praxissituationen in unserem Alltag sind
-
Spaziergänge in der Natur
-
die Bereitstellung von verschiedenen Materialien sowie
-
die Durchführung von Exkursionen.
Durch eine gezielt eingesetzte Gesprächsführung entlocken wir den Kindern ihr Wissen und setzen neue Lernimpulse.
Wenn die Kinder älter werden bekommen sie ein tiefergehendes Verständnis für Phänomene in ihrer Umwelt. Durch die Verknüpfung mit ihrer Lebenswelt können die Kinder Bezüge zwischen schon Gelerntem und neuen Situationen herstellen. Außerdem können die Kinder Teilaspekte bzw. Aktivitäten als Ganzes erkennen und zu einem übergeordneten Thema zusammenfügen.
Sehr wichtig bei der Entwicklung einer lernmethodischen Kompetenz ist das TUN bzw. „LEARNING by DOING“. D.h. das Schneiden von Papier wird bei dieser Tätigkeit erlernt und dabei die sprachlichen Fähigkeiten im Dialog miteinander erweitert.
Bei der Umsetzung unserer pädagogischen Arbeit nehmen wir uns die folgende Weisheit zu Herzen:
„Sagst du’s mir, so vergesse ich es.
Zeigst du’s mir, so merke ich es mir leicht.
Lässt du mich teilhaben,
so behalte ich es.“
6.4 Beteiligungs- und Beschwerderecht
Uns ist es ein großes Anliegen, den Kindern genügend Raum und Platz zum Vortragen ihrer Anliegen, Wünsche und Beschwerden zu ermöglichen.
Die Kinder dürfen zu jeder Zeit der Person ihres Vertrauens ihre Beschwerde/Anliegen vortragen. Die ausgewählte Vertrauensperson versucht dem Kind das Gefühl von Wertschätzung und aufrichtigem Interesse entgegenzubringen.
Zudem ermutigt und unterstützt die pädagogische Fachkraft das Kind sich in aktuellen wie auch in künftig auftretenden Situationen offen mitzuteilen.
Die Bearbeitung der Beschwerde/Anliegen der Kinder erfolgt auf vielfältige Weise.
Z.B.;
-
Im „Zweier“ Gespräch
-
Gespräche mit allen Beteiligten
-
Aufarbeitung im Stuhlkreis oder bei Kinderkonferenzen
-
gruppenübergreifend
-
bei Bedarf werden die Eltern miteinbezogen
Mit dieser Vorgehensweise wollen wir folgende Ziele erreichen;
-
Kinder sollen sich ernst und angenommen fühlen
-
Partizipation der Kinder
-
Demokratie leben
-
eigen Bedürfnisse äußern
-
Lösungskompetenz entwickeln
-
Konfliktlösungsstrategien entwickeln
-
Förderung der Resilienz
Auch unsere jüngsten Kinder (Krippen- und Kleinkinder) haben ein Recht auf Anhörung ihrer Wünsche und Beschwerden, denn Gleichberechtigung ist keine Frage des Alters.
In der Praxis sieht dies folgendermaßen aus: je jünger, bzw. je weniger selbstständig Kinder sind, umso sensibler muss die Bezugs- / Vertrauensperson sein. Sie müssen die altersentsprechende (nonverbal und verbal) Gestik und Mimik der Kinder wahrnehmen, verstehen und im erforderlichen Maße darauf eingehen. Auf dieser Weise wird bereits unseren Jüngsten Wertschätzung und aufrichtiges Interesse entgegengebracht.
6.5 Resilienz – Die Widerstandsfähigkeit
Die Widerstandsfähigkeit eines Kindes ist die Basis für eine positive Entwicklung, sowie für körperliches und seelisches Wohlbefinden und eine gute Lebensqualität.
Eine positive Entwicklung des Kindes ist noch kein sichtbares Zeichen für dessen Widerstandsfähigkeit. Erst wenn schwierige Lebensumstände vorliegen und es dem Kind gelingt, sich situationsbedingt anzupassen, oder diese altersangemessen erfolgreich zu bewältigen, spricht man von Resilienzfähigkeit.
Drei unterschiedliche Erscheinungsformen von Resilienz sind hierbei wichtig:
-
das Kind entwickelt sich gesund und positiv trotz stetigem Risikostatus
(z.B. eigene Behinderung, psychische Erkrankung eines Elternteiles) -
das Kind setzt seine vorhandenen Fähigkeiten ein, um unerwartete Stresssituationen zu meistern (z.B. elterliche Trennung, Wiederheirat)
-
das Kind erholt sich schnell und positiv von traumatischen Erlebnissen
(z.B. Verlust eines Tieres)
Somit bildet die Förderung der Resilienz den Grundstein, damit den von uns betreuten Kindern im Laufe der Zeit ein Repertoire an erfolgreichen Bewältigungsstrategien zur Verfügung steht, um ihnen auf diese Weise einen kompetenten Umgang mit Veränderungen und Belastungen im individuellen, familiären und gesellschaftlichen Bereich zu ermöglichen.
Besonderes Augenmerk legen wir hierbei in unserer Einrichtung auf die Förderung der sozialen und personalen Ressourcen, da diese entscheidend dazu beitragen, inwieweit sich Kinder zu resilienten Persönlichkeiten entwickeln.
Wir geben den Kindern Raum und Zeit, ihre eigenen Fähig- und Wertigkeiten zu erfahren, diese zu bestätigen und auch auszubauen.
Sie erfahren persönliche Zuwendung, können soziale Einbindungen und Übernahme von Eigenverantwortung erlernen, erleben Strukturen und Stabilität und erhalten vielfältige Anregungen.
Hier einige Umsetzungen verschiedener resilienzfördernder Ziele in unserer Einrichtung:
Methode: dem Kind ehrliches Interesse an seinem Tun zeigen
Weg: z.B. bei selbst entworfenen Bastelarbeiten, Bauwerken, Bildern
Ziel: Selbstsicherheit, Selbstvertrauen
Methode: sich aufmerksam dem Kind widmen
Weg: z.B. sich Zeit nehmen, wenn das Kind etwas erzählt
Ziel: Selbstwertgefühl
Methode: dem Kind eine Umgebung anbieten, in der es vielseitige Anregungen erfährt
Weg: z.B. während der Freispielzeit kann das Kind aus unterschiedlichen Spielebenen frei wählen und diese auch selbst umgestalten
Ziel: optimistische Lebenseinstellung
Methode: dem Kind Raum und Möglichkeit geben, um selbst aktiv zu handeln
Weg: z.B. das zur Verfügung stellen von verschiedenen Materialien und Werkzeugen
Ziel: Lernbegeisterung, Kreativität
Methode: dem Kind Strukturen vermitteln
Weg: z.B. durch einen geregelten Tagesablauf
Ziel: Selbstsicherheit
Methode: dem Kind bedingungslose Wertschätzung und Akzeptanz entgegenbringen
Weg: z.B. Gefühle und Meinungen annehmen und stehen lassen
Ziel: Selbstwertgefühl, Geborgenheit, optimistische Lebenseinstellung
Methode: dem Kind Verantwortung übertragen, ohne es zu überfordern
Weg: bei gestellten Aufgaben versucht das Kind selbst, Lösungswege zu finden; bei
Konfliktsituationen stehen wir helfend zur Seite und greifen erst dann ein, wenn nötig
Ziel: Problemlösefähigkeit, Selbstmanagement, Verantwortungsübernahme,
Kontroll- und Selbstwirksamkeitsüberzeugung
Methode: dem Kind zugestehen, seine Gefühle frei zu äußern
Weg: z.B. bei Streit unter Kindern, oder bei traurigen Ereignissen, darf das Kind – ohne
ausgelacht zu werden – seinen Gefühlen wie Tränen, Wut, Ärger freien Lauf lassen
Ziel: Impulskontrolle, Gefühlsregulation
Die Vielfalt dieser Ziele hilft den Kindern, ihre Entwicklungsaufgaben auch unter besonderen Anforderungen kompetent mitzugestalten und aktiv zu lösen. Dadurch erwerben die Kinder Widerstands- und Selbsthilfekräfte.
Durch die Komplexität der Resilienzentwicklung, ist es heutzutage bereits im vorschulischen Bereich eine wichtige Aufgabe, diese so früh wie möglich zu fördern.
Wir, in der Kindertagesstätte, schaffen den Kindern ein Umfeld, in dem sie lernen können, Fehler nicht als Misserfolge anzusehen, sondern als Lernchance und Herausforderung in der konstruktiven Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben anzunehmen.
7 Unsere Ziele
7.1 Religiöse Bildung und Erziehung
Als Einrichtung der evangelisch-lutherischen Kirche ist in der Kindertagesstätte „Pfiffikus" die religiöse Erziehung ein fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Sie steht, was die Bedeutung für die Entwicklung des Kindes und die Verbindlichkeit zur Umsetzung angeht, gleichwertig neben den anderen Bildungs- und Erziehungsbereichen.
Religiöse Bildung und Erziehung unterstützt die Kinder in der Auseinandersetzung mit ihren Fragen und stärkt sie in der Ausbildung einer eigenen Urteils- und Bewertungsfähigkeit. Kinder erfragen unvoreingenommen die Welt und stehen ihr staunend gegenüber. Sie stellen die Grundfragen nach dem Anfang und dem Ende, nach dem Sinn und Wert ihrer eigenen Person und nach Leben und Tod.
Kinder sind darauf angewiesen, vertrauensbildende Grunderfahrungen zu machen, die sie ein Leben lang tragen. Eigene religiöse Erfahrungen und das Miterleben von Gemeinschaft, Festen, Ritualen sowie die Begegnung mit Zeichen und Symbolen können helfen, Eigenes und Fremdes zu erschließen.
Mit dem Erzählen biblischer Geschichten lernen die Kinder biblische Inhalte kennen. Hierbei können den Kindern Lebenserfahrungen begegnen, die auch für sie selbst wichtig sind. Sie hören z.B. von Menschen, die in ihrem Glauben zu Gott Wege finden, mit Krisen und Zweifeln umzugehen und neuen Mut bekommen. Nach dem Erzählen findet meist ein Gespräch zur Geschichte über die Empfindungen und Gedanken der Kinder sowie eine kreative Vertiefung statt (z.B. Bild zur Geschichte malen, Lied singen, Rollenspiel durchführen...).
Die zunehmend interkulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung zeigt sich auch in unserer Einrichtung. Kinder aus anderen Kulturkreisen, mit anderer Religionszugehörigkeit oder auch ohne religiöses Bekenntnis besuchen unsere Tagesstätte. Hier ist es uns wichtig, einander mit Achtung und Respekt zu begegnen.
Die Vermittlung religiöser Werte wie Vertrauen, Angenommen sein, Dankbarkeit, Liebe, Hoffnung und Vergebung geschieht vorwiegend im täglichen Umgang miteinander, wobei wir uns unserer Vorbildfunktion in unserer Haltung gegenüber Kindern und Erwachsenen bewusst sind.
Weitere Bestandteile unserer religiösen Erziehung sind gemeinsame Gebete (z.B. Morgengebet, Tischgebet), der regelmäßig stattfindende Morgenkreis unter Leitung des zuständigen Pfarrers sowie das Feiern christlicher Feste (z.B. Adventsgottesdienst, Erntedankfeier, Ostern, Segnungsgottesdienst für die Vorschulkinder).
7.2 Interkulturelle Erziehung
Unsere Einrichtung wird von Kindern mit verschiedenem kulturellem Hintergrund besucht und ist somit Spiegelbild unserer Gesellschaft. Das heißt, das Zusammenleben verschiedener Sprachen, Kulturen und Religionen steht bei uns an der Tagesordnung und ist etwas Selbstverständliches.
Kinder stehen Neuem im Allgemeinen aufgeschlossen gegenüber. Dies möchten wir in unserer interkulturellen Erziehung nutzen und wollen bei den Kindern Interesse und Freude wecken, andere Kulturen, Sprachen und Religionen kennen zu lernen, zu verstehen und sich damit auseinandersetzen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder kulturelle und sprachliche Unterschiede kennen lernen.
Sie kommen im Kindergarten mit Kindern/Familien mit fremden Sprachen, anderen Kulturen und Religionen in Berührung und werden gleichzeitig angeregt, sich mit der eigenen Herkunft
zu beschäftigen und eigene Einstellungen zu überdenken. So können die Kinder z.B. im gemeinsamen Freispiel oder beim Singen von Liedern sowohl Gemeinsamkeiten entdecken als auch auf Grenzen stoßen und diese Schritt für Schritt akzeptieren lernen.
Des Weiteren ist es uns ein Anliegen, dass die Kinder sensibel auf unterschiedliche Formen von Diskriminierung reagieren (z.B. auf Kränkungen, Beschimpfungen, Verallgemeinerungen) und einander helfen. Hier eignen sich zur pädagogischen Umsetzung unter anderem Bilderbücher, Gespräche, Rollenspiele oder auch biblische Geschichten zum Thema Fremd- bzw. Anderssein.
Bei Migrantenkindern ist es uns wichtig, dass sie neben ihrer Familiensprache Deutsch als Zweitsprache erlernen und im Idealfall situationsangemessen zwischen den Sprachen wechseln bzw. in einer Sprache bleiben können. Ein Angebot, das sich hierauf bezieht und in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Güllschule läuft, ist ein Deutschkurs für Migrantenkinder (findet im Jahr vor der Einschulung statt). Dazu unterrichtet eine Lehrkraft die Kinder in Kleingruppen in unserer Einrichtung bzw. in der Schule. Dieser Kurs ermöglicht den Kindern eine Vertiefung ihrer Sprachkenntnisse und somit einen besseren Schulstart.
Eine bedeutende Rolle für eine erfolgreiche interkulturelle Erziehung ist die enge Zusammenarbeit von Kindergartenpersonal und den Familien. Deshalb ist es für uns wichtig Vertrauen aufzubauen, Unterstützung anzubieten, Ansprechpartner zu sein, Offenheit und Wertschätzung zu signalisieren und aktive Hilfestellung zu leisten (z.B. Anträge, Formulare, Telefonate). Darüber hinaus geben wir den Eltern anderer Kulturen Raum ihre Fähigkeiten und Ideen in Bezug auf das Herkunftsland einzubringen. Ebenso ist es uns ein Anliegen, die Familiensprache des Kindes zu achten, denn sie ist Bestandteil der Familienkultur und der Identität.
Auch wenn Deutschkurse für Kinder angeboten werden, soll bei den Eltern nicht der Eindruck entstehen, mit dem Kind nur noch deutsch sprechen zu „dürfen“. Die Eltern sollen erfahren, dass sie mit ihrem Kind in der Sprache sprechen sollen, die sie am besten sprechen und sich am wohlsten fühlen. Dies wirkt sich auf die Sprachentwicklung des Kindes am positivsten aus.
Natürlich sind wir uns als pädagogische Fachkräfte unserer Rolle als Vorbild bewusst und leben den Kindern Offenheit und Toleranz im Umgang mit Eltern, anderen Sprachen und Kulturen vor.
7.3 Sprache / Literacy
Zu den wichtigsten und elementarsten Formen der Sprachförderung für alle Altersgruppen gehört das Gespräch.
In der Kindertagesstätte dienen in erster Linie die pädagogischen Fachkräfte als Sprachvorbild für die Kinder. Wir bemühen uns, unsere täglichen Handlungen sprachlich zu begleiten, aber auch variationsreich, einfühlsam und deutlich zu sprechen. Eine allzu vereinfachte und „kindliche“ Sprache vermeiden wir (z.B. Auto = Brumm, Ball = Balla usw.).
Wichtig im Gespräch mit Kindern ist es auch, sich nicht zu knapp auf das Praktische und Unmittelbare zu beschränken, sondern viele erzählende und erklärende Elemente einzubauen.
Die Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung sowohl für schulischen und später beruflichen Erfolg, als auch für das Teilhaben am gesellschaftlich, kulturellen Leben.
Von Geburt an versucht das Kind mit Mimik, Gestik und Lauten mit den Menschen in seiner Umwelt zu kommunizieren. Das Kind erwirbt sich Sprache nicht nur beim Zuhören oder durch Nachahmung, sondern auch durch aktives Sprechen in Beziehung mit Menschen, die sich ihm zuwenden und ihm helfen, die Umwelt zu verstehen.
In der Sprachförderung gibt es Folgendes, das wir berücksichtigen und auch nutzen:
-
Mit dem Kind in eine persönliche Beziehung treten und den Dialog suchen (z.B. beim gemeinsamen Spiel).
-
Das Interesse des Kindes für die Sprache wecken und halten (z.B. mit Bildern, Fotografien, buntem Anschauungsmaterial, die Aussicht auf Fortführung des Tuns, wenn Sprache erfolgt).
-
Sinnkonstruktion, d.h. unsere Handlungen so durchzuführen, dass sie einen Sinn ergeben (z.B. erklären unserer Handlungen – wir ziehen Hausschuhe an, damit der Boden, auf dem wir spielen, nicht schmutzig wird).
-
Sprache entwickelt sich während der gesamten Kindheit sowohl in Alltagssituationen (z.B. beim Einkaufen, Spazieren gehen usw.), als auch in Bildungseinrichtungen wie z.B. in unserer Kindertagesstätte.
Hier bekommen die Kinder frühzeitige, vielfältige sprachliche Anregungen. Besondere sprachliche Lernchancen erhalten Kinder, die innerhalb der Familie wenig deutschsprachige Anregung erfahren und Kinder die bilingual (zweisprachig) aufwachsen. Wobei wir unser Hauptaugenmerk nicht nur auf „Deutsch lernen“ legen, sondern auch der Familiensprache Wertschätzung entgegenbringen.
In unserem pädagogischen Alltag ist Sprachförderung ein durchgängiges Prinzip. Unser Bestreben ist es, dass die Kinder mit unserer Hilfe eine Sprachkompetenz entwickeln.
Dazu gehört:
-
Kommunikation und Sprache durch nonverbale Aspekte, d.h. Kinder lernen in der Kommunikation zu verstehen, was Gesten, Mimik, Tonfall bedeuten und entwickeln ihre eigenen Gesten, Mimik und Körpersprache.
-
Motivation und Fähigkeit, z.B. die eigenen Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse sprachlich auszudrücken.
-
Freude am Sprechen, z.B. Erlebnisse frei zu äußern, sich ernst genommen, nicht belehrt, verbessert oder abgefragt zu fühlen.
-
Einbinden der Sprache im alltäglichen Spiel, z.B. Rollenspiele, Tischspiele usw.
-
Aktiv zuhören können, z.B. dem Anderen interessiert lauschen.
-
Dialogfähigkeit und Interesse am aktiven Gespräch, z.B. das Respektieren der Gesprächszeiten anderer, auf die Äußerungen des Gesprächspartners eingehen.
-
Das Entwickeln von Strategien bei sprachbezogenen Verhandlungs- und Konfliktlösungen, z.B. bei Streit unter Kindern.
-
Das Entwickeln von Textverständnis und Herstellen von Zusammenhängen, z.B. eine Geschichte zusammenhängend wiedergeben.
-
Entwicklung von Literacy („Literalität“ = vielfältige, frühkindliche Erfahrungen rund um Buch-, Reim-, Schrift- und Erzählkultur). Kinder entwickeln Literacy bezogene Kompetenzen, die wesentlich zur Sprachentwicklung gehören, z.B. durch den Einsatz von Bilderbücher, Geschichten, Fingerspiele, Märchen, Reime usw.
In der frühen Kindheit fördern nicht nur diese Erfahrungen die Sprachentwicklung wesentlich und auch langfristig. Auch die spätere Lesefreude, sowie die sprachliche Abstraktionsfähigkeit werden geschult.
Ein wichtiger Teilaspekt in unserer Einrichtung ist auch die Erziehung zur „phonologischen Bewusstheit“, bekannt als „Hören, lauschen, lernen“ (bei uns „Lauschspione“). Dies ist ein Trainingsprogramm, das über einen Zeitraum von zwanzig Wochen geht.
In diesem Programm entwickeln „unsere Vorschulkinder“ (bei uns „Findusse“ genannt) eine kreative Lust an der Sprache durch Laut- und Sprachspiele, Reim- oder Silbenspiele und ein Bewusstsein für Sprachrhythmus.
Wesentliche Elemente zur Sprachförderung stehen auch in Querverbindungen zu anderen Bereichen in unserer Einrichtung (z.B. Emotionalität, Musik, Mathematik usw.).
Um die Sprachentwicklung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund systematisch beobachten und dokumentieren zu können, wurden am Staatsinstitut für Frühpädagogik differenzierte Beobachtungsbögen entwickelt, welche auch bei uns ab dem Vorvorjahr der Einschulung zum Einsatz kommen
Diese Bögen sind bekannt unter den Namen „SISMIK“ (= Sprachverhalten und das Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtung) und „SELDAK“ (=Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern).
Mit Hilfe dieser Bögen wird die Sprachentwicklung gezielt und regelmäßig überprüft, um schon die ersten Anzeichen einer Sprachschwierigkeit zu erkennen. Zusätzlich zur Sprachförderung in der Kindertagesstätte, erhalten diese Kinder dann bei Bedarf während ihres letzten Kindergartenjahres einen „Deutschkurs“. Dieser beinhaltet eine gesonderte Sprachförderung und wird in Zusammenarbeit von einer Grundschullehrkraft und unserem pädagogischen Personal durchgeführt. Näheres dazu finden Sie im Anhang.
Zu bedenken ist jedoch, dass weder der Seldak- noch Sismikbogen für die Diagnostik von Sprachstörungen geeignet ist.
Bei Verdacht einer Sprachauffälligkeit werden, in Absprache mit den Eltern, Fachdienste für eine genauere Abklärung kontaktiert (z.B. Frühförderstellen), welche gegebenenfalls in unseren Räumen Einzelförderungen durchführen.
Auf jeden Fall bekommen alle unsere Eltern von uns Informationen über die Sprachentwicklung ihres Kindes.
Für die Förderung der Sprache ist es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der alle Kinder Wertschätzung erfahren, in der sie unbeschwert und angstfrei sprechen und zuhören können und damit ihre Sprache im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen weiterentwickeln.
7.4 Bildung und Erziehung im künstlerischen, ästhetischen und kulturellem
Bereich
Ziel hierbei ist es, dass Kinder ihre Umwelt in Formen, Farben und Bewegungen sowie in ihrer Ästhetik wahrnehmen können, um dies dann schöpferisch und kreativ gestalterisch umzusetzen.
Durch die Kreativität ist es den Kindern möglich, konventionelle Denkweisen neu zu überdenken und neue Wege einzuschlagen. Ebenso trägt die Kreativität einen Teil zur Persönlichkeitsbildung des Kindes bei.
Ihre ersten ästhetischen Erfahrungen machen Kinder bereits von Geburt an, indem sie ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren. Bereits durch Lautmalereien, Gestik und Mimik werden diese angeregt. Ebenso das Hantieren mit Gegenständen und der verbalisierte Prozessablauf dabei, macht es den Kindern möglich, viele verschiedene Sinneseindrücke zu sammeln.
Hier ein Auszug unserer Angebote zur ästhetischen Bildung und Erziehung:
-
Besuchen von Ausstellungen
-
Führung durch das Ansbacher Schloss
-
Ansbacher Stadtexkursionen
-
Gesprächskreise zu unterschiedlichen Themen
-
Querverbindungen zu Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, Musik, Sprache und Literacy komplettieren unsere Angebote.
Wenn Kinder beginnen zu begreifen, Gegenstände und ihre Eigenschaften erfühlt und untersucht werden, sowie Farben und Formen wahrgenommen und diesen Gefühlen zugeordnet werden, erleben Kinder künstlerisch-ästhetische Erfahrungen.
Dies geschieht in unsrer Einrichtung folgendermaßen:
z.B.
-
Farbenlehre (Farbenkreis)
-
geometrische Grundformen kennen lernen
-
erforschen und experimentieren von und mit verschiedenen Materialien
-
zuordnen von Eigenschaften
-
die Ergebnisse anderer wertschätzen
Voraussetzung zur Entwicklung einer positiven künstlerischen Erfahrung ist eine wertschätzende Umgebung. Damit das Kind mit seiner Phantasie spielerisch und kreativ umgehen kann und diese auch in unterschiedlichen Bereichen anwendet, benötigt es vielseitige Anreize.
Erste künstlerisch-bildnerische Ausdrucksform ist das Kritzeln, gefolgt von Gestaltungsformen. Die Kinder teilen sich durch ihre Bilder uns Erwachsenen mit. Sie verarbeiten unter anderem so ihre Erlebnisse und Erfahrungen und lassen uns an ihrer Anschauung der Welt und den darin vorhandenen Beziehungen teilhaben. Aus diesem Grund sprechen wir hier von der so genannten Bildsprache (d.h. die Mitteilung der Kinder in nonverbaler Sprache). Diese bildhaften Mitteilungen sind die Basis für die Weiterentwicklung von gestalterischen und handwerklichen Fähigkeiten.
Folgende Praxisumsetzungen bieten wir an:
z.B.
-
malen mit unterschiedlichen Farben (Wasser, Cromar, Wachsmalstiften usw.)
-
malen auf verschiedenem Untergrund (Papier, Stoff, Glas etc.)
-
das zur Verfügung stellen unterschiedlichster Materialien (Papier, Holz, Kunststoffe, Textilien, Naturmaterialien …) und Werkzeugen (Pinsel, Schere, Stifte, Hammer, Nägel, Säge …)
Bei all diesen Arbeitsprozessen ist es wichtig, in Balance zu bleiben: Einmal, den Kindern unterstützend zur Seite stehen, andererseits ihnen genügend Freiraum zu gewähren.
Der Motor für das schöpferische Tun sollen Neugier, Freude und Lust sein. In einer entspannten Atmosphäre, ohne Bewertung und Leistungsdruck, in der jedoch Zeit, Mut und Zutrauen ihren Platz haben, sollen die Kinder ihre Fähigkeiten ausbauen können. Dabei soll das Grundverständnis entstehen, dass die subjektive Zuordnung in schöne und unschöne Kunstwerke irrelevant ist. Maßgeblich ist immer der kreative Gestaltungsprozess und nicht das „perfekte“ Produkt.
7.5 Bewegungserziehung
Bewegung ist für eine gesunde ganzheitliche Entwicklung unerlässlich. Sie fördert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern ist auch wichtiger Bestandteil folgender Entwicklungs-bereiche:
a.) sozial:
-
Regeln verstehen und einhalten lernen
-
Anerkennung der Leistung anderer
-
Misserfolge aushalten (ertragen) lernen
-
Fairness, Rücksichtnahme und Teamgeist
b.) kognitiv:
-
Förderung sensorischer Fähigkeiten (Tastsinn, Gleichgewicht, Hören, Sehen, Bewegungsempfinden)
-
vielfältige Sinnes- und Umwelteindrücke
-
Kreativität und Phantasie
c.) motorisch:
-
Entwicklung von Körpergefühl und Körperbewusstsein
-
Förderung motorischer Fertigkeiten (Grob- und Feinmotorik)
-
Koordination verschiedener Körperteile
d.) Selbstwahrnehmung:
-
realistische Selbsteinschätzung („was kann ich, was kann ich nicht?“)
-
Umgang mit negativen Gefühlen (Ängstlichkeit, Unsicherheit)
e.) Raumwahrnehmung:
-
oben / unten
-
nah / fern
-
vorne / hinten, usw.
Um die oben genannten Ziele zu fördern, nehmen Bewegungsangebote in unserem Tagesablauf einen festen Platz ein.
So ist zum Beispiel der Gang als Freispielfläche geöffnet. Die Kinder können sich hier mit wechselnden Spielangeboten phantasievoll beschäftigen. Da werden etwa aus großen Soft-Bausteinen Häuser gebaut, aus Bänken werden Absperrungen und Hindernisse zum darüber Steigen und im Bällebad kann man sich herrlich versinken lassen.
Im Gruppenraum besteht für die Kinder die Möglichkeit, durch Holzeinbauten (In drei Gruppen vorhanden) eine weitere Ebene zu bespielen (Höhe, Tiefe = Raumwahrnehmung). Verschiedene Spielecken, die mit Teppichen ausgelegt sind, werden sitzend, kniend oder liegend als Bauecken, Leseecken, Kuschelecken, usw. genutzt. An verschieden hohen Tischen oder Sitzgelegenheiten haben die Kinder ebenfalls die Wahl sich durch verschiedene Körperhaltungen Abwechslung zu verschaffen.
Zu unseren regelmäßigen Förderangeboten gehören auf jeden Fall unsere Bewegungs- und Tanzspiele im Stuhlkreis. Je nach Spiel wird geklatscht, getanzt, gehüpft oder einfach nur gelaufen, wobei rhythmische Körpererfahrungen im Vordergrund stehen.
Einmal pro Woche hat jede Gruppe ihren festen Turntag, bei dem hauptsächlich angeleitete „Sportstunden“ abgehalten werden. Diese haben den besonderen Vorteil, durch gezielte Übungen den gesamten Bewegungsablauf bewusst zu fördern und somit evtl. Auffälligkeiten leichter aufzudecken, bzw. entgegenzuwirken.
Bei gutem Wetter nutzen wir nach Möglichkeit täglich unsere großzügige Außenanlage. Festinstallierte Spielmöglichkeiten (Klettergerüst, Spielhaus, Rutsche, usw.) sowie bewegliche Spielelemente (Fahrzeuge, Sandspielsachen, usw.) fordern die Kinder ständig zu neuen Aktivitäten heraus. Besonders hervorzuheben ist unsere Wasserspirale, in der in der heißen Sommerzeit nach Belieben mit Wasser gespielt werden darf.
Zum Abschluss ist noch zu erwähnen, dass sich unsere Mobilität nicht nur auf das Kindergarten-gelände beschränkt. Mehrere nahe gelegene Spielplätze, die zu Fuß erreichbar sind, bereichern unser Angebot.
7.6 Musikalische Bildung und Erziehung
Musik ist Teil der Erlebniswelt des Kindes. Die musikalische Erziehung ist wichtig, denn sie regt nicht nur die Musikalität an, sondern wirkt sich positiv auf das Denkvermögen, Lernverhalten, Sozialverhalten, die Ausdauer und Konzentration aus.
Gemeinsames Singen und Musizieren fördern die Kontakt- und Teamfähigkeit (einander zu- hören, aufeinander reagieren, Regeln einhalten, zusammen etwas Neues kreieren...).
Durch Musik wird das aktive Zuhören trainiert, was für Lernen und Verstehen grundlegend ist und die Entwicklung vielfältig beeinflussen kann (z.B. Sprachkompetenz, auditives Gedächtnis, Intelligenz...).
Musik fördert die Stimmbildung (Stimmbänder werden trainiert) und hat auch auf die Sprach-erziehung einen positiven Einfluss (Sprachverständnis, Sprachrhythmus).
Musik sensibilisiert alle Sinne und spricht Emotionen an. Es ist ein ideales Medium für Kinder, sich mitzuteilen, Gefühle zu äußern und sie wirkt entspannend.
Sie regt die Phantasie und Kreativität an und lässt Raum, um eigene Ideen und Ausdrucksformen einzubringen und zu gestalten (z.B. malen mit Musik, Musikinstrumente selbst herstellen...).
Dies setzen wir mit Kreisspielen, Bewegungsliedern, Kinderliedern, klassischer Musik, Summen und Spielen mit Tönen usw. um.
Musik fördert die motorische Entwicklung und das Körperbewusstsein des Kindes. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von tänzerischen Bewegungselementen, welche ein gewisses Maß an Konzentration und Rücksichtnahme auf die anderen Kinder erfordert. Auch der Einsatz von Orff- Instrumenten (Schlag- bzw. Rhythmikinstrumente) ist für uns hilfreich, um den Kindern die Musik nahe zu bringen.
Hierbei lernen die Kinder die Vielfalt der einzelnen Instrumente und deren richtige Handhabung kennen. Besondere Freude haben die Kinder am Ausprobieren der Instrumente, an Klang-geschichten und Liedbegleitungen. Dadurch entwickelt sich ein „gewisses“ Takt- und Rhythmus-gefühl fast wie von selbst.
7.7 Gesundheitserziehung
Die Gesundheit des Körpers sollte für jeden Menschen wichtig sein. Deshalb übermitteln wir schon im Kindergartenalltag den Kindern Grundkenntnisse in Ernährung und Hygiene.
Durch eine gute Vorbildfunktion und Gespräche achten wir darauf, dass die Kinder die einfachsten hygienischen Grundlagen erlernen. Zum Beispiel:
-
Hände waschen
-
das Benutzen von Toilettenpapier und -spülung
-
das Putzen der Nase mit einem Taschentuch
Im Bereich der Zahnpflege erhalten wir fachliche Unterstützung durch Besuche vom bzw. beim Zahnarzt.
In Bezug auf die Ernährung sollen die Kinder theoretisch und praktisch erfahren, welche Auswirkungen gesunde bzw. ungesunde Nahrungsmittel auf unser körperliches Wohlbefinden haben.
Dies erreichen wir in unserem Kindergarten unter anderem durch
-
gemeinsames Kochen und Essen,
-
Frühstücksbuffet sowie
-
Gespräche und Projekte zum Thema Ernährung.
In diesem Zusammenhang erfahren die Kinder auch Esskultur, z.B. durch das Gebet, den gemeinsamen Anfang, einen schön gedeckten Tisch und gegenseitige Rücksichtnahme beim Essen.
In bestimmten, regelmäßigen Abständen behandeln wir das Thema „Gesundheit“. Immer wieder legen wir dabei einen besonderen Schwerpunkt auf „Gesundheitserziehung“.
7.8 Umwelterziehung
Umweltbildung und –Erziehung hat sich im Zuge der zunehmenden Umweltverschmutzung und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen weiterentwickelt. Es ist von großer Bedeutung, das Bewusstsein der Kinder für die Erhaltung von Natur und Umwelt zu schärfen.
Nur wenn Kinder von klein auf die Notwendigkeit der Erhaltung unseres Lebensraumes erkennen, können sie aktiv und bewusst daran mitwirken.
Deshalb ist es für uns wichtig, dass das Kind lernt, Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren.
Spaziergänge und Ausflüge bieten uns die Möglichkeit, Jahreszeiten, Wetter und Natur intensiver wahrzunehmen. Praktische Tätigkeiten, wie Säen und Pflanzen (z.B. Blumen, Gemüse...) bringen den Kindern das Wachsen und Vergehen (Naturkreislauf) näher. Bei gelegentlichen gemeinsamen Einkäufen achten wir auf die Auswahl gesunder Lebensmittel und die Vermeidung von Verpackung.
Geeignete Sach- und Bilderbücher, sowie Gespräche und Ausflüge vermitteln den Kindern Wissen über die verschiedenartigsten Tiere und Pflanzen und den richtigen Umgang mit ihnen.
Das Umweltbewusstsein fördern wir täglich, sowohl durch unser Vorbild, als auch durch die Sensibilisierung der Kinder, umweltschonend zu handeln, z.B. im Umgang mit Trinkwasser, Energiesparen, Mülltrennung und Müllvermeidung. Hin und wieder werden Experimente zu den Themen Feuer, Wasser, Erde, Luft mit verschiedenen Materialien durchgeführt, wobei die Kinder erste Erfahrungen mit physikalischen Gesetzen (Schwerkraft, Magnetismus, Wärme/Kälte usw.) machen.
Im Bereich der Verkehrserziehung unterstützen wir die Arbeit der Eltern, ihre Kinder verkehrstüchtig zu erziehen. Bei Spaziergängen mit den Kindern und mit themenbezogenen Spielen vermitteln bzw. vertiefen wir das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Hierbei werden wir auch von der Polizei unterstützt, die einmal jährlich zu unseren Vorschülern kommt.
Es ist wichtig, dass die Kinder möglichst viele Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln, denn dadurch gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit der Natur und ihrer Umwelt. Wir unterstützen sie dabei, ein ökologisches Verantwortungsgefühl zu entwickeln und die Umwelt zu schützen.
7.9 Mathematik
Ohne ein mathematisches Grundverständnis ist ein Zurechtkommen im Alltag nicht möglich. Mathematisches Denken ist die Basis für lebenslanges Lernen und die Grundlage in fast jeder Wissenschaft, Technik und in der Wirtschaft.
Am besten kann sich mathematisches Talent dann entfalten, wenn Kinder frühzeitig die Gelegenheit bekommen, mathematische Lernerfahrungen zu sammeln. Dabei ist zu beachten, dass vieles, was Kinder im Alltag erleben und verrichten, bereits mathematische Grund-erfahrungen sind.
Mathematische Inhalte sind in unserem Einrichtungsalltag in vielen Angeboten enthalten. Zum Beispiel:
-
verschiedene Tisch- und Würfelspiele der Freispielzeit
-
gemeinsame Finger- und Kreisspielen im Stuhlkreis
-
Reim- und Abzählverse
-
rhythmische Spielangebote
-
„Zahlenwerkstatt“: In regelmäßigen Abständen treffen sich unsere Findusse um die Welt der Zahlen von 1-10 zu erkunden. Die Kinder lernen im gruppenübergreifenden Vorschulprogramm spielerisch die Grundlagen der Mathematik näher kennen. Die einzelnen Zahlen werden dann noch in den jeweiligen Gruppen vertieft.
Mit unserem Angebot zur mathematischen Erziehung, wollen wir den Findussen zeigen, wie spannend, lustig und interessant die Welt der Zahlen sein kann.
Die Kinder lernen in unserer Einrichtung – entsprechend ihrem Entwicklungsstand – das Erkennen und Benennen geometrischer Formen. Dies geschieht beispielsweise durch:
-
verschiedenes Spiel- und Legematerial, Puzzles, Bauklötze sowie
-
in Turnstunden mit geometrischen Materialien.
Auch lernen sie hier spielerisch den Umgang mit Zahlen als Ziffer (z.B. Zahlenbild auf Würfeln, Zahlen auf der Uhr) und Zahlen als Ausdruck von Gewicht unter anderem beim gemeinsamen Kochen (z.B. 1 kg Mehl abwiegen, ½ Liter Milch abmessen oder 10 Äpfel und
Birnen schälen).
In unseren täglichen Gesprächen in der Freispielzeit bzw. in den angeleiteten Beschäftigungen lernen die Kinder auch die Grundbegriffe der zeitlichen Ordnung kennen, z.B. vorher/nachher, gestern/morgen und das Kalendarium mit den Monatsnamen und Tagen.
Es ist uns wichtig, dass die Kinder jederzeit in unserem Einrichtungsalltag mathematische Denk- und Handlungsweisen erproben und erzielen können.
7.10 Naturwissenschaft und Technik
Naturwissenschaften und Technik prägen unser tägliches Leben. Unsere Kinder wachsen in einer hoch technisierten Wissensgesellschaft auf. Von Geburt an werden die Kinder mit Ergebnissen technischer Errungenschaften konfrontiert (elektronisches Kinderspielzeug, PC, Handy, Auto...).
Mädchen und Jungen zeigen dabei gleichermaßen ein natürliches Interesse an Alltags-Phänomenen (Wasser, Luft, Wetter, etc.) und an Funktions- und Gebrauchsmöglichkeiten technischer Geräte.
In unserer Einrichtung werden die Kinder mit naturwissenschaftlichen Lernerfahrungen frühzeitig vertraut gemacht. Im Rahmen dieser Projekte wird auf das jeweilige Jahres-, Monats- und Wochenthema und auch auf die Jahreszeit eingegangen. Praktiziert wird dies bei uns in angeleiteten Beschäftigungen, durch gemeinsames Beobachten im Stuhlkreis und den Aufbau einfacher Versuche, in denen die Kinder aktiv eingebunden werden.
Hierzu einige Beispiele aus verschiedenen Bereichen:
-
Bereich Biologie: Sichtbarmachen von Vorgängen in der Natur
-
kann ein Löwenzahnsamen auf unterschiedlichen Untergründen bzw. Materialien aufgehen und wachsen?
-
Entwicklungsstadien von der Blumenzwiebel zur Tulpe
-
Bereich Technik: Verständnis für verschiedene Techniken, Funktionsweisen und
technische Zusammenhänge
-
das Bauen und Konstruieren mit unterschiedlichen Materialien
-
das Erkennen naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten im Außengelände und in der Bauecke, z.B. schiefe Ebene, Hebelwirkung, Statik
-
Bereich Physik/Chemie: Eigenschaften verschiedener Stoffe sowie deren Konsistenz/
Dichte
-
was passiert beim Kochen eines Schneeballs?
-
Schwimmfähigkeit verschiedener Gegenstände
-
Bereich Astronomie
-
warum gibt es Tag und Nacht?
-
das Ausprobieren verschiedener Lichtquellen
7.11 Mädchen und Jungen - Geschlechtsspezifische Erziehung
Kinder werden von klein auf - oft unbewusst - nach Geschlechterrollen erzogen. Mädchen werden z.B. mehr als Buben dazu angehalten, in der Nähe der Eltern zu bleiben und weniger herumzuspringen. Buben bekommen eher Konstruktionsmaterial (Lego, Duplo...) geschenkt, Mädchen erhalten häufig Puppen.
Die geschlechtssensible Erziehung will Mädchen nicht den Buben anpassen oder Buben „weiblicher“ machen. Es geht darum, traditionelle Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit festen Vorstellungsklischees müssen Buben und Mädchen nicht mehr so sein, wie sie zu sein haben. Sätze wie „Jungs/Männer weinen nicht“ oder, „Mädchen tun so etwas nicht“ finden hier keinen Platz mehr.
Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, sich unabhängig von Rollenvorstellungen entwickeln und entfalten zu können. Dadurch eröffnen sich den Kindern neue Perspektiven und die Handlungsspielräume werden erweitert.
Unabhängig vom Geschlecht werden Stärken und Interessen gefördert und gleichzeitig das Selbstwertgefühl gestärkt.
Die Kinder sollen lernen, das andere Geschlecht als gleichwertig und gleichberechtigt anzuerkennen, die Unterschiede des anderen Geschlechts wahrzunehmen und wertzuschätzen. Dies geschieht in unserer Einrichtung unter anderem durch Gespräche zu den Themen „Männer/Jungs“, „Mädchen/Frauen“, Gefühle, Aggressionen, verschiedene Berufe in denen es Männer und Frauen gibt (Polizei, Feuerwehr…). Auch Rollenspiele, in denen die Kinder in verschiedene Rollen schlüpfen können (egal ob Jungen- oder Mädchenrollen), ergeben sich in unserem Kindergartenalltag täglich.
Unter anderem achten wir bei der Raumgestaltung darauf, dass sich die Kinder in den verschiedenen Bereichen (Puppenecke, Bauteppich, Kuschel-/Tobeecke...) wiederfinden und ausleben können und mit dem eigenen sowie mit dem anderen Geschlecht spielen und Erfahrungen austauschen können.
7.12 Partizipation - Beteiligung und Mitsprache
Beteiligung ist bereits von klein auf möglich. Indem Kinder Eigenverantwortung und auch Mitverantwortung übernehmen, wird der erste Grundstein zum demokratischen Handeln gelegt. Zur Eigenverantwortung gehört z.B. der Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Meinungen, zur Mitverantwortung gehört, dasselbe bei den anderen wahrzunehmen und zu respektieren.
Demokratisches Lernen läuft neben Vorbildverhalten unsererseits auch in einem großen sprachlichen Mitbestimmungsrecht, sowie bei unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten
der Kinder ab: z. B. beim
Frühstücksbistro
Zeitpunkt/Tischpartner/Getränk/Dauer/ wird vom Kind entschieden.
Freundetag
In welcher Gruppe und mit welchen Kindern möchte ich heute spielen.
Koch- und Backtage
Ideensammlung und gemeinsame Auswahl der Kochrezepte.
Turnhalle und Garten
Wofür entscheiden wir uns heute und welche Geräte benutzen wir.
Bei Freispielangeboten
Die Kinder können verschiedenen Beschäftigungen nachgehen und nach ihren Bedürfnissen frei wählen z. B. beim Freundetag oder der Gangspielzeit.
Angeleitete Beschäftigungen und Experimente
Kann das Kind in einem bestimmten Zeitrahmen selbstständig und individuell ausschöpfen.
Regeln
Regeln zu gestalten und auch einzuhalten ist eine große Verantwortung aller Beteiligten. Um Regeln zu akzeptieren, müssen diese den Kindern verständlich sein. Deshalb erarbeiten wir diese, wo möglich, mit den Kindern zusammen.
Das Tagesgeschehen
Kann flexibel von den Kindern
mitgestaltet werden, sofern der Tagesablauf dies
zulässt.
Mitentscheidung bei der Anschaffung größerer Spielelemente und bei Ausflügen
Projekte
Es gibt gruppeninterne und gruppenübergreifende Projekte (z.B. Forscherprojekte, Langzeitprojekte). Die Kinder können hierbei nach Interesse und Lust entscheiden, ob sie mitmachen möchten oder nicht.
Für unsere Einrichtung beinhaltet Partizipation die Mitentscheidung der Kinder bei allen Belangen, die ihr jetziges und auch zukünftiges Leben betreffen.
Selbstverständlich ist uns auch die Partizipation bei unseren Jüngsten (Glühwürmchen und Küken) im Haus sehr wichtig.
Je jünger bzw. je weniger selbstständig Kinder sind,
- desto weniger können sie selbst Rechte einfordern.
- desto größer ist die Verantwortung des pädagogischen Personals, Kindern Mitbeteiligung zu
ermöglichen.
- desto wichtiger ist es über die pädagogische Grundhaltung nachzudenken, die das eigene
Handeln bestimmt.
Da die Grundvoraussetzung für Partizipation das Artikulieren ist, nimmt hier die Beobachtung der Krippen- und Kleinkinder durch das pädagogische Personal eine wichtige Rolle ein.
Durch Gestik und Mimik und erste Worte kann auch "das kleinste" Kind seine Rechte einfordern.
Dies ist in verschiedenen Situationen möglich;
Im Freispiel
Spielpartner und Spielmaterial werden selbstständig ausgewählt.
Gemeinsames Frühstück
Möchte ich mit meinem Tischnachbarn teilen?
Wie viel und was esse ich?
Wie lange möchte ich sitzen bleiben?
Sitzkreis
Fingerspiele, Lieder und Gebete können auch die Jüngsten auswählen.
Schlafsituation
Wenn ich müde bin, darf ich jederzeit schlafen.
Wickelsituation
Geschieht in Zusammenarbeit mit den Kindern/sofort oder etwas später/von wem will ich gewickelt werden.
Garten
Wohin gehe ich, was traue ich mir selbst zu? (Rutsche/Klettergerüst etc.)
(Vertrauen des pädagogischen Personals in die motorischen Fähigkeiten der Kinder setzten.)
Konflikte
Durch Beobachtung den Kindern die Freiheit und die Zeit geben Konflikte selbst zu lösen.
Die Erfahrung lehrt uns, dass auch sehr junge Kinder durchaus in der Lage sind Konflikte selbstständig zu meistern.
In einer Demokratie ist das Recht auf Beteiligung also keine Frage des Alters. Auch ein junges Kind hat ein Recht darauf, seine Interessen zu äußern und auch, dass diese in altersangemessener Weise berücksichtigt werden.
Deshalb ist die Partizipation für die Jüngsten eine Frage der pädagogischen Haltung und Gestaltung.
7.13 Emotionalität
Kindergärten oder Kindertagesstätten bieten Kindern optimale Voraussetzungen, um soziale Beziehungen aufzubauen. Freundschaften schließen, aber auch mit Auseinandersetzungen umgehen zu können ist wichtig, um sich in soziale Gemeinschaften zu integrieren (wichtige Basis für die Klassengemeinschaft in der Schule, bzw. spätere Teamarbeit im Berufsleben). Wenn Kinder Sicherheit und Anerkennung von ihren Bezugspersonen erfahren, werden sie offener, selbstständiger und selbstbewusster.
In vielen Gesprächen ist es für uns deshalb ein Ziel, unsere Kinder für Rücksichtnahme und die Gefühle des anderen zu sensibilisieren. Für uns ist es hierbei wichtig, den Kindern ein positives Vorbild zu sein, indem wir die Kinder so akzeptieren, wie sie sind. Nur dadurch erwerben sie die nötige Selbstsicherheit, auch mit Misserfolgen oder Konflikten umzugehen.
Konflikte werden von uns, wenn nötig, mit den betroffenen Kindern zusammen aufgearbeitet. Dabei bekommen sie aber von uns zunächst die Chance, ihren Streit alleine zu lösen. Wenn allerdings der Konflikt eskaliert und die Kinder alleine nicht mehr klarkommen, stellen wir uns als Vermittler zur Verfügung. Hier ist es uns wichtig, dass die Kinder erkennen wodurch der Streit entstand, wie es ihnen dabei ging und ob es vielleicht eine andere Lösung gegeben hätte.
Um emotionale Stärke aufzubauen, sind viele Gespräche nötig, aber auch ein zuverlässiges
Netz von Bezugspersonen. Wir vermitteln dem Kind, dass es erwünscht ist und nicht allein gelassen wird.
Die Eingewöhnungsphase ist für uns deshalb besonders wichtig, damit wir von den Kindern möglichst übergangslos als nächste Bezugspersonen nach dem Elternhaus akzeptiert werden.
Durch liebevolle Zuwendung und Einfühlungsvermögen finden wir das Vertrauen der Kinder.
Wir erfassen aktuelle Situationen und Stimmungen (zum Beispiel ein Kind trennt sich schwer von seiner Mutter), gehen darauf ein und zeigen so unsere Verlässlichkeit.
Wechselseitige positive Erfahrungen erhalten die Kinder, indem wir ältere Kinder anhalten, Jüngeren helfend und unterstützend zur Seite zu stehen. Die Jüngeren erhalten so das Gefühl angenommen zu sein, die Älteren erhalten Bestätigung für ihr eigenes Können.
Das Netz sozialer Beziehungen hat in der Kindertagesstätte vielfältige Möglichkeiten. Unser Vorhaben ist es, den Kindern ein starkes Selbstbild für ihr weiteres Leben mitzugeben, denn positive Emotionen erleichtern das Lernen in allen Bereichen und den Umgang miteinander.
8 Wichtige Übergänge
8.1 „Der Übergang von der Krippen-Kleinkindgruppe in die “Regelgruppe“
Zum Ende des Kindergartenjahres beginnt für die „Kleinen“ der Ablöseprozess von ihrer bisherigen Gruppe. Wir bereiten die Kinder auf den Wechsel in die Kleinkindbetreuung bzw. Regelgruppe vor. Dieser Vorgang zieht sich über mehrere Wochen hinweg, wobei das gesamte Team Unterstützung gibt, z.B. durch Besuchertage, Schnuppertage, das Miteinbeziehen der Kinder in das Gruppengeschehen der zukünftigen Stammgruppen usw.
8.2 „Ich gehe meinen eigenen Weg“ – Übergang von der Familie in die
Kindertagesstätte
Für Eltern und Kinder beginnt mit der Kindergartenzeit eine bedeutende Umstellung des gewohnten Familienalltags. Das Kind löst sich meist das erste Mal für einige Stunden von der Familie. Für die Eltern ist es eine neue Erfahrung, wenn weitere Personen bei der Erziehung des Kindes mitwirken.
Der erste Kontakt mit unserer Einrichtung beginnt bei der persönlichen Anmeldung des Kindes mit dem Aufnahmegespräch. Hierbei werden den Eltern und ihrem Kind unsere Räumlichkeiten (Gruppenräume, Turnraum, Schlafraum, etc.) vorgestellt, allgemeine Informationen über die Kindertagesstätte (Öffnungszeiten, Anzahl der Kinder, Tagesablauf, etc.) übermittelt, sowie ein kurzer Überblick zu Kernpunkten der Konzeption gegeben.
Bei Aufnahme des Kindes wird mit den Eltern ein Termin vereinbart, um die notwendigen Betreuungsunterlagen auszuhändigen und zu besprechen. Außerdem erhalten die Eltern ausführliche Informationen über den Tagesablauf ihrer zukünftigen Gruppen, lernen die Betreuerinnen ihrer Kinder kennen und offene Fragen werden geklärt.
Um den Eltern und Kindern den Einstieg in die Gruppe leichter zu machen, bieten wir in den Regelgruppen sogenannte „Schnuppertage“ an. Das erste Mal können die Kinder beim Besprechen der Betreuungsunterlagen mit den Eltern in die Kindertagesstätte kommen und sich in der Zeit, in der die Eltern Informationen über die Einrichtung erhalten, einen ersten Eindruck von der neuen Umgebung verschaffen. An einem zweiten Schnuppertag - mit oder ohne Eltern - können die Kinder dann einige Stunden in ihrer zukünftigen Gruppe verbringen, sowie den Raum mit seinen Spielmöglichkeiten und ihre Betreuerinnen kennen lernen. Zudem können bereits erste Kontakte mit den anderen Kindern der Gruppe geknüpft werden.
Wenn der Kindergartenalltag für das Kind beginnt, wird in der Eingewöhnungsphase dem Kind von den Erzieherinnen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Hierbei werden die älteren Kinder miteinbezogen. Auch werden die neuen Kinder im Stuhlkreis besonders willkommen geheißen. Den Eltern geben wir beim Bringen oder Abholen der Kinder die Gelegenheit sich mit uns auszutauschen. Wenn Kinder in der Eingewöhnungsphase Trennungsschwierigkeiten haben, bieten wir den Eltern individuelle Abholmöglichkeiten an.
Die abweichende Eingewöhnungszeit unserer Krippen- und Kleinkindgruppe sehen Sie unter Punkt 4 beschrieben.
Für intensive Gespräche bieten wir in allen Gruppen Sprechzeiten nach Vereinbarung und jährliche Entwicklungsgespräche an.
Nach einigen Monaten laden wir die Eltern am Nachmittag zum so genannten „Infotalk“ in die Kindertagesstätte ein, um ihre Erfahrungen mit anderen neuen Eltern und uns auszutauschen.
8.3 „Der nächste Weg wird nun beschritten“ - Übergang von der
Kindertagesstätte in die Grundschule
Kinder sind in der Regel hoch motiviert sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Wenn sie auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Zeit bei uns in der Tageseinrichtung zurückgreifen können, sind die Chancen hoch, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Gelassenheit und Zuversicht entgegenstehen. Trotzdem werden sie viele Veränderungen bewältigen müssen, wie z.B. neue Lern- und Leistungsanforderungen, geringere anteilige Aufmerksamkeit der Lehrkraft und wieder die Jüngsten zu sein.
Die Eltern sind oft unsicher, wenn die Einschulung ansteht. Ihre häufigste Angst ist, dass ihr Kind den Anforderungen der Schule noch nicht gewachsen ist, weil es z.B. noch sehr verspielt oder in der Entwicklung noch nicht so weit erscheint.
Da Vorschulerziehung ein umfangreicher Prozess ist, der schon beim Eintritt in die Kindertagesstätte beginnt, ist es unsere Aufgabe, die Kinder langfristig und angemessen auf den Schulübergang vorzubereiten. Aufgabe der Schule ist es, unter Berücksichtigung der individuellen Unterschiede, jedem Kind die bestmögliche Förderung zuteilwerden zu lassen.
Die Entwicklungsunterschiede der Kinder bedürfen besonderer Beobachtung, um die Schwächeren nicht zu überfordern, sowie die Stärkeren nicht zu unterfordern.
Vor der Schuleinschreibung suchen wir den Dialog mit den Eltern. Im Gespräch tauschen wir mit den Eltern unsere Sichtweisen aus, bearbeiten Fragen und suchen gemeinsam Antworten. Auch die wichtigste Frage, wie das Kind auf die Schule vorbereitet wird, beantworten wir gerne.
Unsere Vorschulerziehung beinhaltet Folgendes:
-
Spracherziehung: sie ist für die Schule wichtig, weil der Unterricht hauptsächlich über die Sprache abläuft
-
musikalische Erziehung: sie dient der Sprachförderung, der Konzentration und der Merkfähigkeit
-
Umwelterziehung: bei ihr lernen die Kinder, ihren Schulweg alleine zu bewältigen und ihren Lebensraum näher kennen
-
Sinnesförderung: sie ist Voraussetzung, um Lesen und Rechnen zu lernen
-
Bewegungserziehung: sie wird für die räumliche Vorstellungskraft benötigt
-
Kreativitätserziehung: bei ihr werden unter anderem Grundkenntnisse über verschiedene Materialien erworben
-
soziale Erziehung: sie erleichtert das Einfügen in die Klassengemeinschaft
(Die von uns praktizierte Zielumsetzung kann den einzeln aufgeführten Zielen entnommen
werden).
Durch spezielle Angebote im letzten Kindergartenjahr ergänzen wir unsere Förderung. Solche speziellen Angebote sind:
-
Erledigung von verantwortungsvollen und umfangreicheren Arbeitsaufträgen z.B. Nachrichtenübermittlung innerhalb der Einrichtung, Übernahme und Verantwortung für alltägliche Tätigkeiten
-
Kleingruppenarbeit mit erhöhten Anforderungen
-
Die Lauschspione: dies ist ein spezielles Sprachförderungsprogramm, das täglich stattfindet und sich über einen Zeitraum von 20 Wochen erstreckt
-
Zahlenwerkstatt: Lernprogramm zur mathematischen Erziehung
-
gezielt eingesetzte Arbeitsblätter
-
Gespräche, die die Kinder zum Nachdenken anregen und auffordern, ihre Meinung zu äußern.
-
Experimente zu den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik
-
spezielle Exkursionen und Projekte wie z.B. Verkehrspolizei, Findusausflüge, Abschiedsfest ....
Um die Besonderheit des letzten Kindergartenjahres hervorzuheben und die Gemeinschaft zu stärken haben die Vorschulkinder bei uns den Namen „Findusse“.
ZUSAMMENARBEIT - GRUNDSCHULE
Die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Güllschule beinhaltet folgende Punkte:
- Allgemeiner Austausch mit den Lehrkräften der Grundschule
- Gemeinsame Teilnahme von Lehrkräften und Kitapersonal an ausgewählten Fortbildungen
- Teilnahme an der Fachgruppe „KitaSch“ (Arbeitsgemeinschaft zwischen Grundschullehrern
und Erzieherpersonal um den Übergang zwischen Kita und Grundschule zu gestalten.)
- Durchführung des Vorkurses „Deutsch“ durch das Lehrerpersonal - in der Kindertagesstätte
und im Schulgebäude: Zeigen die Auswertungen des „SISMIK“-Bogens (= Sprachverhalten
und das Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen) bzw.
„SELDAK“-Bogens (= Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden
Kindern) einen Förderbedarf auf, werden daraufhin Gespräche mit den Eltern geführt. Dabei
raten wir unter anderem auch die kostenfreie Anmeldung zum „Vorkurs Deutsch 240“ an.
Die intensiven Förderstunden dieses Vorkurses teilen sich im letzten Kindergartenjahr die
Lehrkräfte der Friedrich-Güllschule mit drei Schulstunden pro Woche und das Erzieherpersonal
in der Kindertagesstätte.
- Schnupperstunde in der Schule
- Besuche von Schulklassen zu gemeinsamen Aktivitäten in unserer Einrichtung
- Individuelle Gespräche über die Bedürfnisse des einzelnen Kindes - nur mit vorheriger
Genehmigung durch die Erziehungsberechtigten
9 Die Elternschaft
9.1 Die Zusammenarbeit zwischen der Kindertagesstätte und den Eltern
Eltern sind uns als Partner bei der Erziehung der Kinder sehr wichtig. Vater und Mutter sind Experten im Familienalltag, Erzieher/Innen sind Experten für Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern mit unterschiedlichsten Bedürfnissen in einer großen Gruppe.
Gemeinsam liegt uns das Wohl des Kindes am Herzen. Das gegenseitige Wissen um das Kind gibt uns die Möglichkeit, uns in der Erziehung zu ergänzen, zu unterstützen und einander zu helfen
Das Fundament guter Elternzusammenarbeit sehen wir in den alltäglichen Begegnungen im respekt- und vertrauensvollen Umgang miteinander.
9.2 Beschwerdemanagement für die Eltern
Die Zusammenarbeit mit den Eltern, sowie die Zufriedenheit in der Elternschaft nehmen einen großen Stellenwert in unserer Einrichtung ein.
Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit und auch das Recht sich mit Beschwerden, Hinweisen, Anregungen, Ideen etc. an das pädagogische Personal zu wenden.
Dies kann auf verschiedenen Arten geschehen:
- bei den täglichen Tür- und Angelgesprächen
- während des Infotalkes (Erfahrungsaustausch zwischen Eltern und dem
pädagogischen Personal nach der Eingewöhnungszeit)
- im Laufe des Entwicklungsgespräches (einmal jährlich)
- bei terminierten Gesprächen auf Wunsch der Eltern oder des
pädagogischen Personals
- im Zuge unserer Fragebögen z. B. Evaluationsbogen, Sommerfest,
Laternenfest usw.
- durch den Elternbeirat oder der Trägervertreterin
Grundsätzlich werden alle Anliegen und Beschwerden der Eltern vom pädagogischen Personal an - und auch ernst genommen.
Nach den uns gegebenen und umsetzbaren Möglichkeiten wird jede Beschwerde solange behandelt, bis gemeinsam mit den Eltern eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.
Wenn dieser Prozess nicht gelingt, wird nach einer vertretbaren und tragbaren Lösung für Beschwerdeführer und der Einrichtung gesucht.
Diese tiefliegenden Beschwerden werden bis zu deren Abhandlung dokumentiert.
9.3 Unsere Formen der Zusammenarbeit

(Bild anklicken für Originalgröße)
9.4 Der Elternbeirat
Zu Beginn eines neuen Kindergartenjahres wird von den Eltern ein neuer Elternbeirat gewählt, der in unserer Einrichtung aus bis zu 14 Elternvertretern besteht.
Die Elternbeiräte sind Vermittler und Ansprechpartner zwischen Eltern, Kindergartenteam und Träger. In regelmäßigen Abständen finden Beiratssitzungen statt (3-4-mal pro Jahr), an denen die Elternvertreter und das Kindergartenteam teilnehmen.
Der Elternbeirat hat eine beratende Funktion. So äußert er z.B. seine Meinung bei der Gestaltung der Öffnungszeiten oder einer Erhöhung des Kindergartenbeitrags.
Bei Festvorbereitungen und anderen Aktionen unterstützt der Elternbeirat das Kindergartenteam mit Ideen und Tatkraft.
Ein engagierter Elternbeirat kann unser Angebot durch Eigeninitiative sehr bereichern, wie z.B. Organisation und Programmgestaltung von Familienfesten, Gruppenausflüge, Tombolas, Basare, Elternabende.
10 Vernetzungen
10.1 Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen
Eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen ist notwendig, um den Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag zu erfüllen.
Wir nutzen die Fachkompetenz anderer Institutionen, um unsere Arbeit zu sichern, zu bereichern und um bestmögliche Hilfe für das Kind und die Familie anzubieten.
Mit folgenden Institutionen stehen wir in Kontakt:
Einrichtung: Aufgabe:
-
MSH (mobile sonderpädagogische Hilfe) zur unterstützenden Förderung bei evtl.
Förderzentrum, SVE (Schulvorbereitende Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungs- Einrichtung) verzögerungen
-
Gesundheitsamt Ansprechpartner für alle die Gesundheit und Hygiene betreffenden Fragen
-
Erziehungs- und Familienberatungs- Ansprechpartner bei jeglichen Problemen
stelle innerhalb der Familie, sowie Anbieter von Elternabenden mit pädagogischer Thematik
-
Amt für Familie, Jugend, Senioren Zusammenarbeit mit der sozialpädagogische
und Integration Familienhilfe, Berater für alle rechtlichen Fragen und Aufsichtsbehörde
-
Arztpraxen um Vertrauen bei den Kindern aufzubauen, bzw. Ängste vor Behandlungen zu nehmen
-
Kirchengemeinde St. Gumbertus die Teilnahme und Gestaltung von Gottes- diensten und Gemeindefesten bereichern unsere religiöse Erziehungsarbeit, außerdem unterstützt uns der/die jeweilige Pfarrer/In in der praktischen Durchführung unseres Glaubens, z.B. durch Besuche in der Einrichtung
-
Friedrich–Güll Schule hier besteht eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den Grundschullehrern und dem Erziehungspersonal um den Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule fließend zu gestalten
-
Polizei Verkehrserziehung für die Vorschulkinder
-
Landesverband der Diakonie übergeordneter Ansprechpartner und Berater
(Fachberatung aller Kindertageseinrichtungen) bei allen rechtlichen Fragen
-
Berufsfachschule für Kinderpflege und durch den Einsatz in unserer Einrichtung Fachakademie für Sozialpädagogik wird der Anschluss an die pädagogische Basis für die Praktikanten gewährleistet
-
Agentur „SonnenZeit“ Koordinierungszentrum für ehrenamtlich
-
Netzwerk „Haus der kleinen Forscher“ Ansprechpartner und Veranstalter von Workshops im Rahmen des Projekts „Hausder kleinen Forscher"
10.2 Die Öffentlichkeitsarbeit
Für unsere Kindertagesstätte bedeutet Öffentlichkeitsarbeit, die Vielseitigkeit und den Stellenwert unserer Arbeit transparent zu machen.
Dies geschieht durch Artikel und Anzeigen in der Presse und dem Gemeindebrief, sowie Plakate zu unseren Festen und unserer Homepage zur Information über unsere Kindertagesstätte.
Wir wollen damit erreichen, dass:
-
Kinder und ihre Welt besser verstanden werden
-
die vielfältigen Inhalte der Kindertagesstätte bekannt werden
-
Informationen fließen
11. Anhang zu Punkt 7.3
Vorkurs Deutsch
Gesetzliche Grundlagen
Der Vorkurs Deutsch 240 ist ein Angebot von Kindertageseinrichtungen für Kinder vor der Einschulung, welches die Kita in Kooperation mit der Grundschule zu gleichen Anteilen durchführt (vgl. § 5 Abs. 2 Satz 2 AVBayKiBiG) In Kindertageseinrichtungen beginnt der Vorkurs bereits im vorletzten Kindergartenjahr vor der Einschulung.
Die Grundschule kommt zu Beginn des letzten Kindergartenjahres (= Vorschuljahr) als
Tandempartner hinzu
Die Erstellung und Fortschreibung eines Vorkurskonzeptes ist Pflicht.
Zielgruppe:
Kinder mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache, mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf in der deutschen Sprache.
Das Verfahren zur Ermittlung der Vorkursempfehlung in Kindertageseinrichtungen ist die
Sprachstandserhebung der Sprengelschule nach Art. 37 Abs. 3 Satz 4 oder Satz 6 (BayEUG), sowie die Seldak - oder Sismik -Kurzversion,
Vorkurs 240
Die Hälfte der Stunden (120 Std) übernimmt eine Lehrkraft die in unsere Einrichtung kommt.
Unsere 120 Std finden gruppenintern statt und bestehen aus alltagsintegrierter Förderung, Kleingruppenarbeit und Einzelförderung.
-
Alltagsintegrierte Sprachförderung
findet zum Beispiel bei Bilderbuchbetrachtungen, Liedern, Fingerspielen, Kreisspielen, Geschichten, Gesprächen und vielem mehr. statt.
-
Kleingruppenarbeit
beinhaltet das Projekt „Lauschspione“ mit Übungen zur phonologischen Bewusstheit (Silben, Reime, Anlaute, …)
die Vorschulerziehung, Experimente, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Zahlenwerkstatt, Erzähltheater, Wimmelbilder, …
-
Einzelförderung
geschieht z. B. mit Bildkarten und Wimmelbüchern (Einzahl, Mehrzahl, Präpositionen, Artikel), kreatives Gestalten, sowie Gesellschaftsspielen (Formen, Farben, Zahlen)
Die aufgezählten Methoden sind nur ein Bruchteil unseres pädagogischen Repertoires.
Außerdem stehen wir im regelmäßigen Austausch mit der zuständigen Grundschullehrkraft um eine bestmöglichste Förderung aller Kinder zu erzielen.
Nachweis:
Im Kindergarten wird ein Nachweisblattgeführt, auf dem alle geleisteten Stunden mit entsprechendem Themenbereich und den jeweiligen Zielen vermerkt werden. Dieses verbleibt während der Kitazeit in der Gruppe und wird anschließend abgeheftet.
Gemeinsam mit der Lehrkraft werden „Fehlzeitennachweise“ geführt.
Anmeldung
Sie möchten Ihr Kind bei uns
anmelden?
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen mehr...
Hier finden Sie das Anmeldeformular
Kontakt
Sie möchten persönlich mit uns sprechen? Nutzen Sie bitte unser Kontaktseite
